Frust-Jahr, aber ...

Ferrari: Rote Hoffnung vor dem Österreich-GP

Formel 1
27.06.2023 08:06

Der Sieger des ersten Formel-1-Rennens in Österreich fuhr einen Ferrari - und auch der Sieger des bisher letzten. Im Vorjahr jubelte Charles Leclerc auf dem Red Bull Ring. Dieser Erfolg war für die Scuderia aber das letzte Aufflackern vor einer andauernden Durststrecke. Ferrari verlor die Rolle des ersten Red-Bull-Rivalen und entwickelte sich auch aufgrund von Eigenfehlern zurück. Der Frustrationslevel steigt. Bietet der diesjährige Spielberg-GP die Chance, zurückzuschlagen?

Beim Großen Preis von Kanada in Montreal war Leclerc in der Qualifikation nicht unter die schnellsten zehn Autos gekommen - und reagierte sichtlich und hörbar angefressen. Denn laut dem Monegassen verabsäumte es Ferrari in der äußerst turbulenten Session, seinen Dienstwagen rechtzeitig auf Trockenreifen umzurüsten, was seine Chancen immens verschlechtert habe. „Wir machen uns unser Leben viel zu schwierig damit“, verbalisierte Leclerc das x-te Mal seinen Ärger.

„Wir müssen endlich einen Schritt vorwärts machen, denn es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Wir sind ziemlich oft auf der falschen Seite bei solchen Entscheidungen in diesen schwierigen Situationen“, verwies er darauf, dass Ferrari zuletzt selten ein „glückliches Händchen“ bei Strategie-Calls und Boxenstopps gehabt hat. Handwerkliche Pannen und Patzer passierten gefühlt öfter als bei anderen Teams.

Lange Zeit galt das Qualifying als große Stärke von Ferrari. Dieses Jahr holte Leclerc bisher nur eine Pole Position, als er in Baku von ganz vorne startete. Letztlich wurde jener Mann, der Ferrari den ersten Fahrer-Titel seit 2007 bescheren soll, dort Dritter. Es ist bis jetzt der einzige Podestplatz für die roten Rennwagen in dieser Saison. Gewonnen hat die Scuderia seit dem Leclerc-Sieg in Spielberg 2022 nicht mehr.

Auch nach dem Wechsel zu Fred Vasseur als Teamchef erkennen die Ferrari-Fans nur sehr langsam Fortschritte. Das Tempo, das Ferrari gehen kann, ist an sich vielversprechend. Doch menschliche Fehler und technische Probleme überlagern die Stärken. Eines davon ist der zu schnelle Reifenabbau.

Upgrade-Paket
Doch mit dem kürzlich implementierten Upgrade-Paket scheint ein Schritt nach vorne gelungen zu sein. Im Rennen belegte Leclerc in Montreal immerhin den vierten Platz, Teamkollege Carlos Sainz war Fünfter. „Das Gefühl war gut, das Tempo war ziemlich gut. Damit bin ich zufrieden“, betonte Leclerc im Nachgang und sprach auch den erwähnten wunden Punkt an: „Das Reifenmanagement war gut, es war insgesamt ein positiver Sonntag.“

In Spielberg wollen die beiden daran anschließen und wieder ein Podium herausfahren. Im Dreikampf um Platz zwei mit Mercedes und Aston Martin ist Ferrari als Vierter im WM-Ranking eindeutig im Hintertreffen und bräuchte dringend „Big Points“. Red-Bull-Mastermind Helmut Marko hatte Ferrari schon in Kanada als härtesten Gegner für WM-Leader Max Verstappen ausgemacht. „Die Ferrari-Pace war näher dran“, sagte der Steirer.

In der historischen Gesamtbetrachtung steht Ferrari gut da. Gemeinsam mit Mercedes und McLaren ist man mit sechs Erfolgen Rekordsieger des Österreich-Grand-Prix. Neben Leclerc im Vorjahr gewannen auch Michael Schumacher (2002 und 2003), Eddie Irvine (1999) und Jacky Ickx (1970) in der Steiermark - sowie 1964 Lorenzo Bandini im allerersten Österreich-Rennen mit WM-Status auf der improvisierten Flughafenstrecke in Zeltweg. Es ist also ein Schauplatz, der dem italienischen Team schon einige Anlässe zum Feiern gegeben hat.

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