Ermittler im Einsatz

Akribische Spurensuche in Schutt und Asche

Niederösterreich
27.06.2023 06:08

Bei den Worten „Brand aus“ legen die Spezialisten des LKA los: Von der Ursache bis zum Motiv verfolgen sie jede heiße Spur. Im neuen Teil der „Krone“-Serie über das Landeskriminalamt Niederösterreich schildert Chefinspektor Erich Rosenbaum die neuesten Entwicklungen in Sachen Branddelikten.

Sie ermitteln buchstäblich in Schutt und Asche. Und nirgendwo sonst ist die Motivlage so vielfältig: Von Versicherungsbetrug über Hass bis hin zur Auftragstat - die Brandermittler des Landeskriminalamtes (LKA) verfolgen jede heiße Spur. Bei rund 7000 Bränden mit 14 Toten und 110 Millionen Euro Schaden im Jahr 2021 allein in Niederösterreich gibt es für die Kriminalisten immer was zu tun. „Zwei Prozent davon sind auf Brandstiftung zurückzuführen“, erklärt Erich Rosenbaum, Leiter des Ermittlungsbereiches Branddelikte im LKA.

(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)

Vor allem die derzeitige Häufung von Brandserien habe es früher nicht gegeben. Der Brandstifter an sich ist dabei ein Einzeltäter. „Hier geht es oft um Macht, Aufmerksamkeit oder sexuelle Motive“, so der Experte. Neben der Jagd auf „Zündler“ sind Rosenbaum und sein Team etwa auch beim Waldbrand in Hirschwang, bei Anschlägen auf eine Pizzeria in Hollabrunn oder die FPÖ-Zentrale in St. Pölten, bei der tödlichen Silvesterknallerei oder dem tragischen Feuer im Landesklinikum Mödling im Einsatz.

Brandort verändert sich
„Es gibt nichts, was sich wiederholt. Und oftmals wartet am Ende eine Überraschung“, schätzt der Chefinspektor die Abwechslung. Denn als mögliche Zündquellen kommt von der Kerze bis zum Sprengstoff alles in Frage. Jedes kleinste Detail wird von den Ermittlern akribisch untersucht. „Der Brandort ist der einzige Tatort, der sich verändert. Und damit auch die Spurenlage“, hält Rosenbaum fest. Das stellt die Kriminalisten oftmals vor Herausforderungen. Denn neben dem Feuer selbst hinterlassen auch die Einsatzkräfte und die Witterung ihre Spuren.

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Jeder Rauchmelder ist besser als keiner. Denn die meisten Brandopfer sterben leider an einer Rausgasvergiftung.

Erich Rosenbaum, Leiter Branddelikte LKA

Und nicht jedes Feuer endet glimpflich. Heuer ließen bis dato neun Menschen bei Bränden ihr Leben. „Rund 90 Prozent davon sind Rauchgas-Opfer“, weiß der Chefermittler und appelliert inständig: „Rauchmelder retten Leben!“

Haus in Gablitz gesprengt
Eine Brandstiftung, die dem 61-Jährigen wohl ewig in Erinnerung bleiben wird, ist ein Fall vor etlichen Jahren in Gablitz. Mittels Benzin und einer manipulierten Gasleitung wurde ein Haus von zwei Iranern in die Luft gesprengt. Das verbrecherische Vorhaben wurde von einem Täter in Auftrag gegeben, von einem zweiten geplant und schließlich von einem dritten umgesetzt. Bei einem Aufeinandertreffen der drei in einer Anwaltskanzlei in Wien wurde ein Täter erschossen, einer floh. Der „Verräter“ wurde Jahre später im Gefängnis mit heißer Flüssigkeit übergossen.

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