Salzburger Festspiele

Erste Probeschritte beim neuen „Jedermann“

Oberösterreich
15.06.2023 18:00

Es ist der Renner unter den Bühnenereignissen: „Jedermann“ am Salzburger Domplatz. Das neue „Traumpaar“ Michael Maertens und Valerie Pachner macht erste gemeinsame Schritte im Spiel vom Sterben des reichen Mannes. Die Inszenierung birgt viele neue Überraschungen - und Gesichter.

Seit wenigen Tagen wird geprobt: Regisseur Michael Sturminger dirigiert ein völlig neues Ensemble, eine illustre Runde. Wie fühlt sich der neue „Jedermann“ an? „Er ist ein schwieriger Charakter, vielleicht gar nicht so sympathisch“, gesteht Burg-Star Michael Maertens, der erstmals in der Rolle des reichen Mannes am Domplatz stehen wird. „Ich will schaffen, das man nachdenkt: Der muss da jetzt hin, wo wir alle hinmüssen, nämlich in den Tod“, meint er mit etwas Augenzwinkern.

Brisante Doppelrolle
An seiner Seite komplettiert Valerie Pachner, Oberösterreicherin mit Hollywood-Flair, das Traumpaar im Spiel vom Sterben des reichen Mannes. Sie übernimmt die prestigeträchtige Rolle der Buhlschaft - und ist sein Tod, eine brisante Doppelrolle, wir haben darüber berichtet.

Wofür die Figur steht
„Ich probte bereits beide Charaktere, das war interessant“, sagt sie. Die Buhlschaft heizte in den letzten Jahren immer wieder die Diskussion über Frauenbilder an: „Das beschäftigt mich jeden Tag. Ich komme aber jetzt an einen Punkt, an dem ich einfach nur der Figur begegnen will - der Buhlschaft, wofür sie steht.“

Was für ein Geschenk...
Obwohl Michael Sturminger bereits zum dritten Mal Regie führt, will er alles neu machen. „Das Stück ermöglicht Tausende Zugänge. Jetzt stehen wir wieder da und fragen: Was ist das für ein Stück?“, umreißt er seine tiefe Auseinandersetzung. Auch Musik wird dieses Mal besonders wichtig, das „Ensemble 021“ ist dabei. „Große Könner! Den neuen ,Jedermann‘ gemeinsam zu erschaffen, ist ein Geschenk, ich bin der glücklichste Mensch!“

100 Prozent treu
Im Überschwang gibt er auch weitere Neuerungen preis. So soll es nicht mehr die schlichte Bretterbühne, sondern „ein echtes Bühnenbild“ geben und man schaut sich um weitere Texte um, aber alles bleibt „zu 100 Prozent Hofmannsthal“. So wird Anja Plaschg, Musikerin von Soap&Skin, die den Glauben spielt, sogar ein Gedicht des Festspiel-Mitbegründers singen.

Wie weit der „Jedermann“ aber ins Opernhafte reichen darf, darüber hält man sich noch bedeckt. Auch die „Kleiderfrage“ – was wird die Buhlschaft tragen? – ist noch geheim.

Comeback und Doppelrolle
Nach der Absage von Cornelia Froboess gibt nun Nicole Heesters Jedermanns Mutter. Sie spielte bereits 1973 auf dem Domplatz als Buhlschaft an der Seite von Curd Jürgens. Helmfried von Lüttichau ist der gute Gesell, Sarah Viktoria Frick hat die Doppelrolle Teufel/Gott.

Premiere heiß begehrt
Bei der Premiere am Freitag, 21. Juli wird die Tribüne vor dem Salzburger Dom mit ihren 2289 Sitzplätzen wieder ausgebucht sein. Insgesamt sind heuer 14 Vorstellungen geplant, die letzte am 29. August. Die Kartenpreise reichen von 10 bis 190 Euro. Und wie immer: Bei Schlechtwetter übersiedelt der brisanteste Klassiker im Jahr in das Große Festspielhaus.

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