Die kenianische Schauspielerin Lupita Nyong‘o hat bei den Tony Awards für Aufsehen am roten Teppich gesorgt. Die 40-Jährige hatte sich nicht nur den Kopf rasiert und tätowiert, sondern war in einem silbernen Brustpanzer erschienen, der nach ihrem eigenen Körper geformt worden war.
Das spektakuläre Kleidungsstück stammt von der pakistanischen Künstlerin und Modedesignerin Misha Japanwala. Sie ist bekannt für ihre personalisierten, skulpturallen Brustplatten, die sie auf ansonsten nackten weiblichen Modellen fotografiert.
Für Lupita Nyong‘o, die 2014 für den Film „12 Years a Slave“ mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, war es eine große Ehre und ein „schamloses, außerkörperliches Erlebnis“, bei den Tony Awards 2023 einen Brustpanzer der Künstlerin tragen zu dürfen.
„Aus meinem Körper gegossen“
Auf Instagram schrieb Nyong‘o kurz, bevor sie zu der Preisverleihung aufbrach: „Ich fühle mich geehrt, demütig, gestärkt und ermutigt, diesen von Misha Japanwala entworfenen Brustpanzer zu tragen, den sie aus meinem Körper gegossen und geformt hat.“
Weiters führte sie aus: „Misha Japanwala ist eine pakistanische Künstlerin und Modedesignerin, deren Arbeit in der Ablehnung und Dekonstruktion der äußeren Scham, die mit dem eigenen Körper verbunden ist, wurzelt. In ihrem künstlerischen Prozess schafft sie ein realistisches und wahrheitsgetreues Abbild des eigenen Körpers als einen Akt des Widerstands und des Feierns und als ein Beharren darauf, frei in unserem Körper existieren zu dürfen.“
Die Schauspielerin kombinierte den Brustpanzer mit einer schwarzen Schlaghose und einem eleganten Smoking, den sie am roten Teppich aber ablegte. Der Star trug auch ein kompliziertes Kopf-Tattoo, das aber auch eine Henna-Zeichnung gewesen sein könnte.
Wichtigster Theaterpreis
Die 76. Ausgabe der Theaterpreisverleihung fand in diesem Jahr im New Yorker United Palace statt.
Die Tony Awards gelten als wichtigster Preis für Musicals und Theaterstücke in den USA, berücksichtigen aber nur Produktionen, die im zurückliegenden Jahr in einem der rund 40 Broadway-Häuser im New Yorker Theaterviertel neu aufgeführt wurden.
„Leopoldstadt“ gewinnt
Als bestes Theaterstück wurde das Drama „Leopoldstadt“ ausgezeichnet, das die Geschichte einer jüdischen Familie in Wien über mehrere Generationen hinweg erzählt.
Der 1937 geborene Autor Tom Stoppard floh als kleines Kind mit seiner Familie aus der damaligen Tschechoslowakei vor den Nazis und kam nach Großbritannien, wo er seine jüdische Identität weitgehend ablegte und nicht wusste, wie viele Familienmitglieder im Holocaust getötet wurden.
Die Trophäe für das beste Musical erhielt die Komödie „Kimberly Akimbo“ von Autor David Lindsay-Abaire und Komponistin Jeanine Tesori. Das Stück handelt von einer einsamen aber aufgeweckten Teenagerin in New Jersey, die wegen einer Krankheit aussieht wie eine alte Dame.










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