Zeitzeuge erzählt

Als Zehnjähriger im Konzentrationslager

Kärnten
12.06.2023 05:55

Aus der Erinnerung für die Gegenwart leben - so lautete der Titel eines Zeitzeugen-Abends im Musil-Institut. Ernst Grube erlebte als Kind den Horror in einem Konzentrationslager.

Als Sohn einer jüdischen Mutter und eines kommunistischen Vaters wurde der Münchner Ernst Grube mit seinen Geschwistern bereits 1938 durch die Nationalsozialisten von den Eltern getrennt. Im Februar 1943 erfolgte die Deportation in das KZ Theresienstadt, er war damals erst zehn Jahre alt, er- und überlebte Unaussprechliches.

Erinnerungsarbeit
Als Zeitzeuge setzt sich Grube seit Jahrzehnten für Erinnerungsarbeit ein und sollte daher auch am vergangenen Freitag zu einem Gespräch ins Klagenfurter Musil-Institut sowie am Samstag zur Erinnerungsveranstaltung auf den Loiblpass kommen. Aufgrund eines Schwächeanfalls war ihm die Reise nach Kärnten nicht möglich. Durch persönliche Grußworte, einer Video-Rede und Auszügen aus seinem Buch, das zu seinem 90. Geburtstag (2022) erschienen ist, war er dennoch präsent.

Zeitzeuge Ernst Grube (Bild: Tina Perisutti)
Zeitzeuge Ernst Grube

Einblick in das Leben des Mannes, der sich immer gegen Antisemitismus, Rassismus und Volksideologie eingesetzt hat, gaben die Mitglieder des „Mauthausen Komitees Kärnten Koroška“ (Manfred Morokutti, Peter Gstettner und Nadja Danglmeier) sowie der Bildungsexperte Heinz Pichler.

Heinz PIchler, Manfred Morokutti, Nadja Danglmeier, Peter Gstettner führten durch den wichtigen Erinnerungsabend. (Bild: Tina Perisutti)
Heinz PIchler, Manfred Morokutti, Nadja Danglmeier, Peter Gstettner führten durch den wichtigen Erinnerungsabend.

„Zeitzeuge muss Jugendliche verstehen“
„Aus der Erinnerung für die Gegenwart leben“ (so auch der Titel des Buches), das ist Ernst Grube ein tiefes Anliegen und bindet dabei stets die nachfolgenden Generationen mit ein, denn ein „Zeitzeuge muss die Jugendlichen verstehen können“, wird der Holocaust-Überlebende zitiert. Dabei geht es nicht nur darum, die Endpunkte faschistischer Gewalt aufzuzeigen, sondern ihre Anfangspunkte, denn Rassismus und Populismus passieren nicht von heute auf morgen. Für eine reflektierte Erinnerung, die auch die Gegenwart miteinbezieht, ist es wichtig, die Orte des grausamen Geschehens einzubinden, wenn auch schon dichtes Gras darüber gewachsen ist. So werden vom Kärntner Mauthausen Komitee Begleitungen durch das einstige KZ am Loibl sowie dazugehörende Workshops angeboten.

Tina Perisutti
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