Schiele, Klimt und Co

Deshalb hängen Gemälde im Leopold Museum schief

Kultur
06.04.2023 23:02

Das Leopold Museum hat berühmte Gemälde von Landschaften von Schiele, Klimt und Moser gedreht. Auch die dazugehörigen Erklärungen hängen schief. Was es damit auf sich hat, verraten die Mitarbeitenden des Museums unter anderem auf Twitter.

Mit der Aktion sollen die Auswirkungen „von nur ein paar Grad mehr“ demonstriert werden, heißt es da. Diese würden die Welt nämlich in einen ungemütlichen Ort verwandeln. Weitere Details finden sich schließlich unter dem Link, der zu dem Bild gepostet wurde. Obwohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit Jahren vor einem Anstieg des Weltklimas um über 1,5 Grad Celsius warnen würden, werde das Verhalten der meisten Menschen dadurch nicht beeinflusst. Der Unterschied sei kaum zu merken und zu abstrakt.

Aus diesem Grund hat sich das Leopold Museum mit dem Österreichischen Klimaforschungsnetzwerk CCCA (Climate Change Centre Austria) sowie mit zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Bereichen wie Biologie, Geologie und Meteorologie zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie die genau Gradzahl ermittelt, um die sich der Klimawandel auf die abgebildeten Landschaften auf den Gemälden auswirken würde. Die Werke von Egon Schiele, Gustav Klimt und Gustave Courbet wurden genau so gedreht. 

Auf diese Weise soll gezeigt werden, dass sich der Temperaturanstieg massiv auf Küsten, Berge, Seen und Städte auswirkt. Das Projekt würde helfen, „die Auswirkungen des Klimawandels zu erfahren, die die Natur aus dem Gleichgewicht bringen“, ist zu lesen. Als Beispiele werden etwa ein Rückgang der Gletscher und Pflanzenarten genannt. Die Mitarbeitenden des Museums sind überzeugt, damit mehr Klimabewusstsein bei den Besucherinnen und Besuchern schaffen zu können. Es werde kein einziges Poster gedruckt.

Gespaltene Reaktionen
Die Reaktionen zu dem Twitter-Posting sind sehr unterschiedlich. Während die einen von einer „super“ oder „sehr coolen Aktion“ sprechen, werfen andere Nutzerinnen und Nutzer dem Museum Satire vor oder erinnern an eine frühere Zusammenarbeit mit der OMV. Vereinzelt wird auch bezweifelt, dass das Projekt etwas bewirken könne.

Im November des Vorjahres wurde ein Klimt-Gemälde im Leopold Museum übrigens von Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ mit Öl beworfen. Anschließend klebten sie sich daran fest. Der Direktor Hans Wipplinger sprach damals von berechtigten Anliegen, aber einem falschen Weg, um das Ziel zu erreichen. Museen seien ein Paradebeispiel der Nachhaltigkeit, da sie das kulturelle Erbe für die nächsten Generationen sichern würden. 

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