So, 18. November 2018

Säumige Zahler

17.09.2011 15:05

Pharmariese stoppt Arznei-Lieferung an Griechen-Spitäler

Der Pharmariese Roche macht in Griechenland Druck auf säumige Zahler: Der Schweizer Konzern stoppte die Auslieferung seiner Medikamente gegen Krebs und andere Krankheiten an griechische Krankenhäuser, weil diese ihre Rechnungen nicht bezahlt hatten. Man ziehe ähnliche Schritte auch in Italien, Spanien und Portugal in Betracht, wie der Konzernchef Severin Schwan gegenüber dem "Wall Street Journal" einräumte.

"Es gibt Krankenhäuser, die ihre Rechnungen seit drei oder vier Jahren nicht bezahlt haben", sagte Schwan der US-Zeitung. "Es kommt ein Punkt, wo das Geschäft nicht mehr tragbar ist." Roche habe aber gleichzeitig die Lieferungen an Apotheken verstärkt, die ihre Rechnungen mit größerer Zuverlässigkeit bezahlen würden, fügte Schwan hinzu.

Spitäler stehen bei Pharmafirmen tief in der Kreide
Von dem Lieferstopp an staatliche Krankenhäuser betroffene Patienten müssten nun ihre Rezepte bei der nächsten Apotheke einlösen und im Falle von Krebsmedikamenten oder einer intravenösen Injektion zur Verabreichung wieder ins Spital zurück, so der Roche-Chef.

Griechische Krankenhäuser stehen nach Angaben der Griechischen Vereinigung Pharmazeutischer Unternehmen bei vielen Konzernen in der Kreide. Zum 30. Juni hatten die staatlich finanzierten Einrichtungen nur 37 Prozent der gelieferten Arzneimittel im Wert von rund 1,9 Milliarden Euro bezahlt, wie aus einem aktuellen Bericht der Organisation hervorgeht. Krankenhäuser und Apotheken in Griechenland zahlen Roche in der Regel direkt für die Medikamente und bekommen die Kosten dann über das steuerfinanzierte Gesundheitssystem rückerstattet.

Säumige Zahler auch in Spanien, Italien und Portugal
Nicht nur in Greichenland muss sich Roche mit säumigen Zahlern herumschlagen: Laut Konzernchef Schwan prüft der Pharmariese derzeit, ob ein Lieferstopp auch in Spanien infrage kommt. Einzelne staatliche Krankenhäuser in Portugal und Italien seien ebenfalls mit Zahlungen im Rückstand, so Schwan.

Die Schweizer sind übrigens nicht die ersten, die pharmazeutische Lieferungen an griechische Abnehmer stoppen. Der dänische Konzern Novo Nordisk S/A unterbrach im vergangenen Jahr den Versand bestimmter Insulin-Produkte, als Griechenland ankündigte, die Preise um mehr als ein Viertel senken zu wollen. Erst nach einem wochenlangen Machtkampf gab Athen bei der Höhe der Preissenkungen nach, und die Medikamente wurden wieder geliefert.

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