Di, 21. August 2018

Minus 52,9 Prozent

26.08.2011 12:39

Ein Jahr nach Start starker Rückgang bei Homo-Ehen

Im zweiten Jahr nach der Einführung ist die Zahl der gleichgeschlechtlichen Paare, die sich in Österreich für eine Verpartnerung entschieden haben stark rückläufig. Insgesamt 202 - überwiegend männliche - Paare haben sich von Jänner bis Juni 2011 eintragen lassen. Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres bedeutet dies ein Minus von 52,9 Prozent. 2010 wurden im ersten Halbjahr noch 429 Eintragungen registriert, wie die Auflistung der Statistik Austria zeigt.

Der Rückgang könnte nach Ansicht von Beobachtern darauf zurückzuführen sein, dass die Homo-Ehe im ersten Jahr ihres Bestehens viele schon lange "heiratswillige" Paare angezogen haben könnte. Nun pendele sich die Zahl aber auf einem normalen Stand ein.

Die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist in Österreich seit 1. Jänner 2010 möglich. Mehr als die Hälfte (54,0 Prozent) aller eingetragenen Partnerschaften wurden in Wien begründet, wobei mit 109 Verpartnerungen ein Rückgang um 49,3 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 zu verzeichnen ist. An zweiter Stelle folgt Niederösterreich mit 13,9 Prozent (28; minus 58,2 Prozent) und an dritter Stelle Oberösterreich mit 9,9 Prozent (20; minus 41,2 Prozent) eingetragenen Partnerschaften.

In Salzburg dominieren die Frauen
Der überwiegende Teil jener gleichgeschlechtlichen Paare, die sich 2011 eintragen ließen, sind männlich (59,4 Prozent), nur in den Bundesländern Salzburg (75 Prozent), Niederösterreich (57,1 Prozent), Kärnten (55,6 Prozent) und Oberösterreich (55,0 Prozent) begründeten mehr weibliche als männliche Paare eine Partnerschaft. In Tirol gab es jeweils drei weibliche und männliche Paare.

Bei 64,4 Prozent hatten beide Partner die österreichische Staatsbürgerschaft, in 30,7 Prozent der Fälle nur einer bzw. eine. In den restlichen fünf Prozent der Fälle hatten beide Teile keine österreichische Staatsbürgerschaft.

Rückgang auch bei Eheschließungen
Einen Rückgang gibt es auch bei den Eheschließungen, wo das Minus jedoch weniger deutlich ausfiel. Die Zahl der Eheschließungen war laut Statistik Austria im ersten Halbjahr 2011 mit insgesamt 16.284 um 1,8 Prozent niedriger als im gleichen Vorjahreszeitraum (Jänner bis Juni 2010: 16.588). Damit wurde der seit 2009 beobachtbare Trend steigender Heiratszahlen (plus 0,7 Prozent von 2008 bis 2009 bzw. plus 5,7 Prozent von 2009 bis 2010) in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 gestoppt.

In sechs Bundesländern wurden im ersten Halbjahr 2011 weniger standesamtliche Ehen geschlossen, wobei aber regional unterschiedliche Trends erkennbar sind. So gab es in den Bundesländern Burgenland (minus 7,4 Prozent), Wien (minus 5,5 Prozent), Niederösterreich (minus 3,6 Prozent) und Vorarlberg (minus 2,9 Prozent) deutlich weniger Trauungen als im ersten Halbjahr 2010. Geringere Rückgänge der Eheschließungszahlen wurden von den Standesämtern in Tirol (minus 1,1 Prozent) und Salzburg (minus 0,1 Prozent) gemeldet.

Dagegen gab es in Kärnten (plus 9,6 Prozent), in der Steiermark (plus 0,2 Prozent) und in Oberösterreich (plus 0,1 Prozent) im gleichen Zeitraum jeweils mehr heiratswillige Paare. In den Monaten Juli 2010 bis Juni 2011 war die vorläufige Summe der in Österreich geschlossenen Ehen mit 37.189 um 846 oder 2,3 Prozent höher als in der vorangegangenen Zwölfmonatsperiode Juli 2009 bis Juni 2010 (36.343).

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