Ehemann (93) starb

91-Jährige steckte Wohnung in Brand: Mordanklage

Wien
01.02.2023 12:55

Im Falle einer 91 Jahre alten Wienerin, die im Juli des Vorjahres mutmaßlich die eigene Wohnung in Brand gesteckt hatte - ihr 93 Jahre alter Eheman starb im Zuge des Feuers - ist Anklage wegen Mordes und Brandstiftung erhoben worden. Die Frau soll die Räumlichkeiten offenbar wegen Überforderung mit der Lebenssituation entzündet haben.

Der betagte Mann war bereits seit längerer Zeit ein Pflegefall. Laut Anklage hatte er seit 2019 die Wohnung im Bezirk Simmering nicht mehr verlassen und litt an Demenz. Die hochbetagte Frau dürfte mit der Lebenssituation nicht mehr klargekommen sein und in ihrer Verzweiflung beschlossen haben, diesem Leben ein Ende zu setzen.

In der Nacht auf den 21. Juli legte sie Kleider und Toilettenpapier zu einem Haufen zusammen, übergoss diesen mit Wundbenzin und zündete ihn an. In der Küche drehte sie auch noch das Gas auf - und versuchte dadurch eine Explosion zu verursachen. Dies allerdings geschah nicht. Jedoch weitete sich das Feuer in der Wohnung rasch aus, als die 91-Jährige die Balkontür öffnete. 

Von Balkon gerettet, Ehemann starb
Die plötzliche Sauerstoffkonzentration ließ die Flammen in kürzester Zeit in die Höhe schnellen, die 91-Jährige, die aus Sicht der Strafverfolgungsbehörden in selbstmörderischer Absicht gehandelt haben dürfte und ihren Ehemann wohl mit in den Tod nehmen wollte, traute sich nicht mehr zurück in die Wohnung. Sie flüchtete auf den Balkon, von dem sie von der Feuerwehr mittels einer Drehleiter gerettet wurde. Für den bettlägerigen Ehemann kam jede Hilfe zu spät. Der 93-Jährige starb dem Obduktionsgutachten zufolge an einer Rauchgasvergiftung.

Die Berufsfeuerwehr Wien war um 2.30 Uhr von anderen Hausbewohnern alarmiert worden und benötigte rund zwei Stunden, um den Brand unter Atemschutz zu löschen. 27 Mann und sechs Fahrzeuge waren an dem Einsatz beteiligt.

Wie die Sprecherin des Landesgerichts für Strafsachen, Christina Salzborn, auf APA-Anfrage mitteilte, muss sich die 91-Jährige bereits am 17. Februar vor einem Schwurgericht verantworten.

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