Ötztaler verschollen

Vermisstensuche in Bergen mit modernstem High-Tech

Chronik
15.01.2023 14:00

Wenn Tirols Berge Menschen „verschlucken“, kommt bei der Suche modernste Technik zum Einsatz. Von dem vor einer Woche verschwundenen Ötztaler in Gries fehlt aber noch jede Spur. Die Suche wurde vorerst eingestellt.

Der 52-Jährige hätte eigentlich am vergangenen Montag mittags von seiner Wanderung zurückkommen sollen. Weil er das nicht tat, suchte zunächst die Familie nach dem Mann, gegen Abend schlugen die Angehörigen dann Alarm. Bergretter – auch mit Suchhunden –, Feuerwehr und (Alpin)Polizei kämmten das Gelände rund um das Gebirgsdorf in 1600 Metern bis in die Nachtstunden um – vergeblich. Die Fortsetzung des Einsatzes am Dienstag blieb ebenfalls ohne Erfolg. Inzwischen ist die Suche vorübergehend eingestellt.

Alleine und ohne Handy unterwegs
Der Einheimische ist nicht der einzige derzeit im Ötztal Vermisste. Vom Ramolhaus nahe Obergurgl am 18. August 2022 stammt das bisher letzte Lebenszeichen eines deutschen Wanderers (79). Der Mann war alleine und ohne Handy unterwegs.

Vater und Sohn in Gletscherspalte
Der dramatischste Vermisstenfall in den Ötztaler Alpen datiert aber aus dem Jahr 2006. Damals stürzten unter der Wildspitze Vater und Sohn in eine mit Wasser gefüllte Gletscherspalte. Bis heute sind die beiden Deutschen verschwunden.

Wechseln wir ans östliche Ende Tirols, in den Bezirk Kufstein. „Seit den 1960er-Jahren haben wir im Bezirk 12 Langzeitvermisste“, informiert Christoph Silberberger, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei in Kufstein. Aus den vergangenen fünf Jahren fehlt aber „nur“ eine Person. Ein 40-jähriger Bayer kam aus dem Wilden Kaiser bis heute nicht mehr zurück.

Auf der Hohen Munde verschollen
Einige Langzeitvermisste werden irgendwann wohl die Stubaier Eisriesen freigeben. Nicht weit davon entfernt, im Bereich Maria Waldrast, ist laut Jörg Randl, Leiter der Alpinpolizei im Bezirk Innsbruck-Land, seit dem April des Vorjahres ein Einheimischer verschwunden. Und im Massiv der Hohen Munde über Telfs wird sich die Leiche eines verschollenen Deutschen befinden.

Zitat Icon

Ein 40-jähriger Bayer ist seit Juni 2020 im hinteren Kaisertal vermisst. Suchaktionen waren erfolglos.

Christoph Silberberger, Leiter Alpinpolizei Bezirk Kufstein

Bei der Suche nach Vermissten hilft den Einsatzkräften neben Spürnasen auf vier Pfoten inzwischen auch modernste Technik wie Drohnen oder das RECCO-System weiter. Es bleibt aber trotzdem stets die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele