30 Jahre Haft in Stein

Gendarmen-Mörder: „Keine Reue“ bis zum Schluss

Chronik
19.12.2022 06:00

Er sprengte 1992 den Posten Ansfelden in Oberösterreich und erschoss dabei einen Beamten. Doch auch nach 30 Jahren im Gefängnis Stein fühlte sich Georg Brunnbauer bis zuletzt unschuldig. Er schrieb noch an die „Krone“, ehe er nach kurzer Zeit in Freiheit nun starb.

Sein Ruf war alles andere als gut, aber das wollte der Gendarmen-Mörder Georg Brunnbauer (69) aus Ansfelden bis zuletzt nicht wahrhaben. Der Mann, der 1992 den Gendarmerieposten in seiner Heimatgemeinde gesprengt, einen Polizisten in Rutzing (Gemeinde Hörsching) erschossen und zwei andere Beamte lebensgefährlich verletzt hatte, schrieb noch am 5. September aus der Haftanstalt Stein in Krems an der Donau einen Brief an die „Krone“-Redaktion.

„Nie Reue gezeigt“
In dem fein säuberlich von Hand verfassten Schreiben forderte er uns auf, alle seiner personenbezogenen Daten aus den Jahren 2014 und 2016 im Internet zu löschen, zitierte dafür sogar aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Der Mörder, der ohne Skrupel drei jungen Gendarmen mit seiner Smith&Wesson aus nächster Nähe mehrere Kugeln in die Leiber gejagt hatte, tat sich bis zuletzt selber leid. Er behauptete stets, unschuldig zu sein.

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Brunnbauer hat nie Reue gezeigt, immer seine Unschuld beteuert. Deswegen wurde er auch nicht vorzeitig aus seiner lebenslänglichen Haft entlassen. Die Gefahr war zu groß.

Generalmajor Manfred Schmidbauer (78) war am Tatort

Tod nach kurzer Zeit in Freiheit
Die Polizisten wären quasi unter „friendly fire“ geraten, hätten sich beim Versuch, ihn festzunehmen, gegenseitig er- und angeschossen. Ein Lügenmärchen, das der letzte Gendarmerie-Chef Oberösterreichs Generalmajor Manfred Schmidbauer beim Gespräch mit der „Krone“ sofort korrigierte: „Dass es sich um Projektile aus einer Dienstwaffe der Gendarmerie handelte, war auszuschließen.“

Nun ist mit dem Tod des Mörders am 2. Dezember im Welser Klinikum nach drei Jahrzehnten der letzte Vorhang gefallen.

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