Mehr Lohn gefordert
Generalstreik legte ganz Belgien weitgehend lahm
Wegen hoher Lebenskosten haben in ganz Belgien am Mittwoch zahlreiche Menschen ihre Arbeit niedergelegt. 75 Prozent der Züge im Land fielen aus, am Brüsseler Flughafen Zaventem wurden nach Angaben einer Sprecherin 60 Prozent der Flüge gestrichen. Die größte Gewerkschaft des Landes, FGTB, und weitere Gewerkschaften forderten schnelle Lohnerhöhungen.
Der Flughafen Charleroi, 50 Kilometer südlich der Hauptstadt, der für die Fluggesellschaft Ryanair bedeutend ist, blieb geschlossen. Außerdem waren in Belgien deutlich weniger Busse, Straßenbahnen und Metros als an einem normalen Wochentagen unterwegs. Die Gewerkschaften wollen so weitere Maßnahmen gegen die gestiegenen Lebenshaltungspreise und Energiekosten erwirken und Druck auf die Politik ausüben.
Wegen kritischer Arbeitsbedingungen wurde zudem in vielen Krankenhäusern der Regionen Brüssel und Wallonie gestreikt. Eine Notfallversorgung der Patienten sei jedoch gewährleistet gewesen, hieß es.
Gehälter steigen automatisch mit der Inflation
Der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo rief die Gewerkschaften auf, „ein bisschen Empathie mit den Arbeitgebern“ zu zeigen, die die Energie-Rechnungen bezahlten. Der Regierungschef verwies zudem darauf, dass die Gehälter in Belgien bereits durch die sogenannte Indexierung an die Inflation angepasst seien. In Belgien steigen die Gehälter automatisch mit der Inflation.
In dem 11,5-Millionen-Einwohner-Land liegt die Inflation derzeit bei mehr als zwölf Prozent, und damit im Oktober über dem Durchschnitt von 10,7 Prozent in der Eurozone.
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