Wann kommt Trendwende?

Pkw-Verkehr stieg in 20 Jahren um 44 Prozent an

Oberösterreich
06.09.2022 08:00

Der Blick auf die bisher letzten drei großen Verkehrserhebungen in OÖ zeigt: Zwischen 1992 und 2012 ist das Pendel massiv in Richtung Auto-Verkehr ausgeschlagen. Eine neuerliche Erhebung im Oktober wird zeigen, inwieweit seither die Trendwende gelungen ist. 

Jeder dritte Haushalt in OÖ hat seit Ende Juli eine Einladung erhalten, an einer Verkehrserhebung im Oktober teilzunehmen. Abgefragt wird, wer an einem bestimmten Tag wie viele Wege mit welchen Verkehrsmitteln zurücklegt. Die Erhebung werde „eine wichtige Datenquelle, zur Weiterführung der Prognosen und zu einer Feinjustierung der zukünftigen Verkehrspolitik darstellen“, sagt Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) .

Weniger Öffis, weniger Rad
Die Ergebnisse sollen zudem auch darüber Aufschluss geben, ob die Verkehrspolitik in den vergangenen zehn Jahren eine Trendwende hin zur sanften Mobilität geschafft hat. Denn laut Auswertung der drei bislang letzten Erhebungen – sie werden alle zehn Jahre durchgeführt – geht die Entwicklung in eine bedenkliche Richtung: Von 1992 bis 2012 ist die Zahl der Wege, die die Oberösterreicher mit Öffis zurücklegen, um 15,6 Prozent zurückgegangen (siehe Grafik). Auch das Fahrrad wurde tendenziell weniger benützt (minus 12,2 Prozent).

Dafür sind die Landsleute viel öfter ins Auto oder aufs Motorrad gestiegen: Die Zahl der Wege im Individualverkehr schnellten von 1992 bis 2012 gleich um 44 Prozent in die Höhe.

Voraussetzungen für Trendwende gegeben
Berthold Pfeiffer von der Abteilung Gesamtverkehrsplanung hält „eventuell eine Trendumkehr“ in Richtung Öffis für möglich – Stichworte Klimaticket, Homeoffice, Spritpreise.

Zweifel an Prioritätensetzung
Bevor die Befragung im Oktober durchgeführt wird, muss Steinkellner aber selbst noch Rede und Antwort stehen: In einer Landtagsanfrage an ihn will die SPÖ in 26 Punkten wissen, inwiefern er als Ressortverantwortlicher die mögliche Trendwende befeuert. Nicht übermäßig, glaubt SPÖ-Verkehrssprecher Tobias Höglinger bereits vorab zu wissen. Er habe Zweifel an der Prioritätensetzung bei Verkehrsprojekten.

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