Nach Gruppenvergewaltigung in Bludenz gilt bei Sicherheitslandesrat Christian Gantner „null Toleranz“ für die mutmaßlichen Täter.
Nach dem Vorfall in einer Bludenzer Flüchtlingsunterkunft, bei dem eine Frau von fünf Afghanen sexuell missbraucht worden sein soll, meldet sich nun Sicherheitslandesrat Christian Gantner zu Wort. „Ich habe stets betont, dass es null Toleranz bei straffälligen Asylwerbern gibt. All jene, die schwere Straftaten begangen haben, müssen mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen und gegebenenfalls auch abgeschoben werden“, erklärt er.
Der Vorfall, der sich bereits im Februar ereignet hatte, wurde erst am Mittwoch durch einen Bericht der Online-Plattform „exxpress“ bekannt. Die Polizei hatte damals keine Presseaussendung zu den Geschehnissen veröffentlicht - und sieht sich nun mit dem Vorwurf konfrontiert, die mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung durch die fünf Afghanen bewusst vertuscht zu haben.
Davon könne keine Rede sein, verteidigt ein Sprecher der Exekutive das Vorgehen. Die Fakten wären schlicht so verwirrend gewesen, dass es damals zu keiner Anzeige gekommen sei. Die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit hätten zudem keinerlei Kenntnisse über die Tat gehabt.
Schwierige Ermittlungen
Gantner bestätigt dies: „Die Ermittlungen waren aus verschiedenen Gründen sehr schwierig und haben deshalb auch ein wenig Zeit in Anspruch genommen. Hier wurde gute Arbeit geleistet - von einer versuchten Vertuschung kann keine Rede sein.“ Dass die verdächtigen Personen nun in U-Haft sitzen, sei vielmehr ein Verdienst guter Ermittlungsarbeit. Er habe vollstes Vertrauen, dass die Justiz nun ihre Arbeit mache und zu einem Urteil kommen werde.
Den Opferschutz nicht außer Acht lassen
Gerade bei sexuellem Missbrauch müsse der Opferschutz oberste Priorität haben, meint Ulrike Furtenbach, Leiterin der ifs-Gewaltschutzstelle. „Über den Missbrauch nochmals in der Zeitung zu lesen, ist für das Opfer eine immense zusätzliche Belastung“, erklärt sie. Deshalb sei ein sehr restriktiver und sorgsamer Umgang mit solchen Fällen seitens der Exekutive durchaus richtig.
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