Um 422 Almen im „Land der Berge“ zu erhalten, ist Bewirtschaftung unerlässlich. Pächter sind derzeit Mangelware, auch die Probleme in den alpinen Tourismusmagneten nehmen zu.
„Die Alm ist eine andere Welt“, sagt Christoph Loidl mit glücklichem Lächeln. Der IT-Techniker arbeitet in Teilzeit bei der Energie AG und bewirtschaftet als Zweitjob die Schaumbergalm in Rosenau im Bezirk Kirchdorf. Mehrmals pro Woche pendelt er zwischen Gmunden und der Alm.
Wenig Freizeit
Von Mai bis Oktober sind er und seine Lebensgefährtin für das Wohl von 80 Rindern verantwortlich. Und sie bewirten Wanderer und Mountainbiker mit Speis und Trank.
Hautnah an der Natur
„Es geht immer um grundlegende Dinge“, sagt er. Die Hütte muss funktionieren, den Tieren muss es gut gehen, auch das Wetter und die Gäste bestimmen den Almalltag. Die Freizeit ist knapp, aber das Leben in der Natur belohnt die Familie: „Wir alle, auch mein Sohn Jakob, lieben es, hier zu sein!“
Gesundes ‘Graserl‘ für Tierwohl
Die Alm gehört einer Agrargemeinschaft mit sechs Landwirten aus Großraming. „Wir sind froh, einen Halter gefunden zu haben“, sagt ihr Sprecher Hermann Steindl. „Vorher sind wir abwechselnd heraufgefahren und haben nach dem Vieh geschaut. Aber das kostet zu viel Zeit.“
Rentieren tut sich so eine Alm für die Milchbauern kaum: „Unten legen die Kühe viel mehr Kilos zu. Aber unser Jungvieh zehrt vom gesunden ,Graserl’ hier oben sein Leben lang. Darum treiben wir es herauf.“
Aktuell gibt es 422 Almen in Oberösterreich, nur zwei Drittel werden bewirtschaftet. Rund 4600 Rinder, 900 Schafe, 80 Pferde und 50 Ziegen genießen den Sommer unter freiem Himmel.
Wir appellieren auch in dieser Saison: Bitte Hunde an die kurze Leine, mit Hunden Kuhweiden meiden. Und immer sicheren Abstand zu Tieren halten! So steht dem tollen Erlebnis nichts im Weg.
Obmann Johann Feßl
„Rush Hour“ auf Forststraßen
Neben viel Romantik gibt es auch Probleme, vor allem weil der Tourismus enorm ansteigt. „Für eine große Masse Mountainbiker sind die Forststraßen gar nicht geeignet“, stellt Almobmann Johann Feßl klar. Wenn Waldparkplätze vor Autos übergehen, tun sich Konflikte zwischen Einheimischen und Gästen auf. Darum wird demnächst in der Region Pyhrn-Priel ein Parkleitsystem eingeführt. „Alle werden profitieren, wenn es ordentlich zugeht“, beteuert Feßl.















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