30.07.2011 12:37 |

Deckname "Wiking"

Politiker: Breivik erhielt Training bei Weißrusslands KGB

Vor einer Woche hat Anders Behring Breivik in Norwegen bei zwei Anschlägen 77 Menschen getötet und das Land in einen Ausnahmezustand versetzt. Seitdem werden immer mehr Hintergründe – aber auch Gerüchte – über den Attentäter, der den Bombenanschlag in Oslo und das Massaker auf der Insel Utöya aus rechtsradikalen Motiven verübt hat, bekannt. So hieß es Samstag, Breivik sei mehrmals in Weißrussland gewesen sei, laut einem Politiker des Landes habe der 32-Jährige dort militärisches Training vom weißrussischen KGB erhalten.

Insgesamt dreimal sei Breivik in Weißrussland gewesen, behauptet Michail Reschetnikow von der regimetreuen Weißrussischen Patriotenpartei BPP. Er habe vom Anfang der 90er-Jahre aus dem gleichnamigen Vorläufer der Sowjetunion gegründeten staatlichen Geheimdienst KGB, dem Komitee für Staatssicherheit, militärische Ausbildung erhalten. Breiviks Deckname sei "Wiking" gewesen.

Ein von dem russischen Nachrichtenportal gazeta.ru zitierter politischer Kommentator zeigte sich allerdings skeptisch, was die Aussagen Reschetnikows betrifft. Dass Breivik zumindest einmal in Weißrussland war, dürfte aber sicher sein.

Kurz auf österreichischem Boden
Laut gazeta.ru, die sich auf die weißrussische Grenzbehörde beruft, habe Breivik 2005 für eine Woche Weißrussland besucht. Sowohl beim Hin- als auch beim Rückflug sei er über Wien gereist und damit am 4. und am 11. März des Jahres als Transitpassagier kurz auf dem Flughafen Wien-Schwechat gewesen.

In Weißrussland wollte Breivik laut dem Online-Portal Wikingergräber besuchen und interessierte sich auch für die Geschichte des AKW-Unglücks von Tschernobyl. Er habe sich bei seinem Besuch besonders vor radioaktiv verseuchtem Essen gefürchtet und immer wieder danach gefragt, erinnerte sich eine Reiseleiterin im Gespräch mit der Zeitung.

Erste Opfer des Massakers beigesetzt
Am Freitag sind in Norwegen die ersten der insgesamt 77 Opfer Breiviks beigesetzt worden: die 18 Jahre alte Bano Rashid und der 19-jährige Ismail Haji Ahmed. Bei dem Begräbnis für Bano Rashid in der Ortschaft Nesodden südlich von Oslo hielt Außenminister Jonas Gahr Store eine der Traueransprachen. Ahmed wurde in der Stadt Hamar nördlich von Oslo beerdigt.

Laut dem Anwalt des 32-jährigen Breivik, der in Untersuchungshaft sitzt, dürfte Breivik noch weitere Anschläge geplant gehabt haben. Dies bestätigte auch Staatsanwalt Paal-Fredrik Hjort Kraby, wie die norwegische Boulevardzeitung "Verdens Gang" am Samstag berichtete. Demnach dürfte Breivik Anschläge auf den norwegischen Königspalast und den Sitz der regierenden Arbeiterpartei geplant haben (siehe Infobox).

Breivik hatte am 22. Juli zunächst einen Bombenanschlag auf ein Regierungsgebäude in Oslo verübt und anschließend auf der Insel Utöya zahlreiche Teilnehmer eines Jugendsommerlagers der norwegischen Sozialdemokraten erschossen.

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