Geständnis abgelegt

Priester steht unter Kinderpornografie-Verdacht

Ein Seelsorger aus dem Bezirk Wels-Land (Oberösterreich) soll im Vorjahr mehrere Fotos und Videos mit kinderpornografischem Inhalt per Facebook geteilt haben. Laut der Staatsanwaltschaft Graz legte der Verdächtige bereits ein Geständnis ab.

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Die IP-Adresse führte in die Steiermark. Das US-amerikanische „National Center for Missing & Exploited Children“, auf Deutsch „Nationales Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder“, verständigte die Polizei, weil deren Mitarbeitern aufgefallen war, dass im Sommer 2021 kinderpornografische Fotos und Videos im Facebook-Messengerdienst geteilt worden waren.

Bei den Ermittlungen geriet rasch der Inhaber der IP-Adresse ins Visier der Fahnder. Es handelte sich um einen Priester (53), der mittlerweile im Bezirk Wels-Land arbeitete. Weil die Tathandlungen in der Steiermark gesetzt worden sein sollen, ist die Staatsanwaltschaft Graz zuständig. Ermittelt wird wegen pornografischer Darstellungen Minderjähriger.

Im Großen und Ganzen geständig
Christian Kroschl von der Staatsanwaltschaft Graz zur „Krone“: „Der Beschuldigte ist im Großen und Ganzen geständig. Nach derzeitigem Wissensstand der Behörden soll er sechs Dateien versandt haben. Es wurden aber Datenträger gesichert, die erst noch ausgewertet werden müssen.“ Der Ordenspriester war bis Herbst 2021 in der Diözese Graz-Seckau eingesetzt. Seit einem Jahr war er in einer oberösterreichischen Pfarre, die einer Ordensgemeinschaft zur Seelsorge anvertraut ist, tätig, so die Diözese Linz auf „Krone“-Anfrage.

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Der Beschuldigte hat die Taten im Großen und Ganzen gestanden. Das Ermittlungsverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen. Aus juristischer Sicht ist die Sache aber eindeutig.

Christian Kroschl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz

Vom Dienst freigestellt
Sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe am 21. Juni wurde der Beschuldigte von Generalvikar Severin Lederhilger vom Dienst freigestellt, nachdem er den zuständigen Provinzial als Ordensoberen des Beschuldigten informiert hatte. Lederhilger: „Es besteht kein Zweifel, dass Kinderpornografie eine der verwerflichsten Straftaten ist, weil damit großes Leid von Kindern und Jugendlichen verbunden ist. Nicht nur staatlich, sondern auch kirchlich ist daher der Erwerb, die Aufbewahrung, das Zeigen oder Verbreiten derartiger Bilder ein gravierender Straftatbestand.“

Keine seelsorglichen Aufgaben
Bis die Ergebnisse der Untersuchungen und gegebenenfalls des Strafverfahrens vorliegen, sei der Beschuldigte vom Dienst in der Diözese entbunden und werde keine seelsorglichen Aufgaben übernehmen. Der Generalvikar weiter: „Sein Provinzial hat ihn bereits von seinem Aufenthaltsort in der Pfarre zurückgerufen.“

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