Zwischenbilanz

Die Firmenpleiten steigen jetzt rasant an

Oberösterreich
06.05.2022 14:00
Die wegen Corona eingeführten Staatshilfen laufen aus, was die Pleiten ins Rollen bringt. Der KSV1870 zählt in den ersten vier Monaten dieses Jahres 91 Insolvenzeröffnungen in Oberösterreich. Das ist ein Zuwachs von 78,4% im Vergleich zum Vorjahr. Die hohen Energie- und Rohstoffpreise könnten nun zusätzlich Pleitentreiber werden. Auch die Privatkonkurse ziehen mit einem Anstieg von 24,8% nach oben.

„Der Blick auf die vergangenen Wochen zeigt, dass sich die Zahlen der eröffneten Insolvenzen erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder an das Vor-Krisen-Niveau annähern“, erläutert Petra Wögerbauer, Insolvenzexpertin des KSV1870.

Die eröffneten Unternehmensinsolvenzen in OÖ kletterten im Zeitraum Jänner bis April auf 91 Fälle. Das ist einen Anstieg um 78,4% zum Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber immer noch 39,5% weniger, als vor der Pandemie. Die meisten Pleiten gab es im Gerichtsbezirk Linz (46), gefolgt von Wels (24). Der größte Fall war der Linzer Heizungsanlagen-Großhändler TGV mit rund 4,2 Millionen Euro Passiva, der selbst ein Sanierungsverfahren beim Landesgericht Linz beantragte.

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Der Blick auf die letzten Wochen zeigt, dass sich die eröffneten Insolvenzen erstmals seit Beginn der Pandemie wieder an die Zeit vor der Krise annähern.

Petra Wögerbauer, Insolvenzexpertin des KSV1870, Standort Linz 
 (Bild: Horst Einöder/Flashpictures)
Petra Wögerbauer, Insolvenzexpertin des KSV1870, Standort Linz

Konsumverhalten treibt in Privatkonkurse
Der KSV1870 rät allen Firmen, die in Schieflage geraten sind, rechtzeitig Insolvenz zu beantragen, um die Chance auf Neubeginn und eine nachhaltige Sanierung zu nutzen. Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, das Konsumverhalten und schlechter Umgang mit Geld sind laut Wögerbauer bei 30% der Privatinsolvenzen die Hauptgründe. Bei 18% ist die Reduktion des Einkommens – etwa durch Jobverlust – die Ursache. Insgesamt wurden heuer bereits 392 Privatkonkurse (+24,8%) eröffnet.

Wie stark die durch den Russland-Ukraine-Konflikt erhöhten Energie- und Rohstoffpreise Kaufkraft mindern und Pleiten bei Firmen oder Privatpersonen zusätzlich befeuern, „kann derzeit noch nicht seriös beurteilt werden.“ Folgen wird es aber zweifellos geben.

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