11.04.2022 15:08 |

Kritik an Lauterbach

Millionen deutsche Impfdosen drohen abzulaufen

In Deutschland drohen Dutzende Millionen Dosen mit Corona-Impfstoff abzulaufen. Laut Angaben des Bundesgesundheitsdienstes lagern derzeit 77 Millionen Dosen mit Covid-Vakzinen, bei denen das Verfallsdatum naht. Die Unionsparteien kritisieren in diesem Zusammenhang die Einkaufspolitik von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Die CDU möchte nun einen Schuldigen zur Rechenschaft ziehen.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte einen Bericht der „Welt am Sonntag“, wonach zum Stichtag 4. April rund 77 Millionen Dosen Corona-Impfstoff im zentralen Lager des Bundes vorrätig waren. Von diesen werden bis Ende Juni mehr als zehn Millionen ihr Verfallsdatum erreichen, im dritten Quartal sind es gar 50 Millionen Dosen, heißt es.

Das Problem: Die deutsche Impfkampagne hat in den vergangenen Wochen stark nachgelassen. Laut Impf-Dashboard des Gesundheitsministeriums wurden zuletzt nur noch einige Zehntausend Dosen pro Tag verabreicht, am Freitag waren es ganze 38.000 Dosen. Zum Vergleich: Im Dezember waren es manchmal täglich mehr als eine Million Stiche.

Hersteller sollen die Haltbarkeit verlängern
Das Ministerium teilte mit, die Haltbarkeit für den Impfstoff von Biontech/Pfizer habe bereits von sechs auf neun Monate verlängert werden können. Auch Moderna habe die Haltbarkeit für sein Vakzin von sieben auf neun Monate verlängert und sei aufgefordert worden, entsprechende Daten für eine weitere Verlängerung vorzulegen.

CDU wirft Lauterbach „Einkaufsrausch“ vor
Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU), warf Gesundheitsminister Lauterbach in der „Welt am Sonntag“ einen „Einkaufsrausch“ vor, „der Minister kennt bei den Impfstoffbestellungen keine Grenzen mehr“. Angesichts der angespannten Haushaltslage werde der Minister Rechenschaft darüber ablegen müssen, „welche Kosten dem Bundeshaushalt durch seine unnötigen Bestellungen entstanden sind“, so Sorge.

Laut Angaben des Gesundheitsministeriums wurden für den Zeitraum zwischen 2021 und 2023 insgesamt 677 Millionen Dosen Corona-Impfstoff für Deutschland bestellt, mehr als die Hälfte davon - 375 Millionen Dosen - bei Biontech/Pfizer.

Impfstoff wird „in nicht wenigen Fällen“ vernichtet
Das deutsche Gesundheitsministerium geht davon aus, dass Corona-Impfstoff „in nicht wenigen Fällen“ vernichtet wird. Das Ministerium begründete das gegenüber der „Welt“ (online Sonntag/Print Montag) damit, dass die Impfstoffe weiterhin nur in Mehrdosenbehältnissen verfügbar sind, die bei Anbruch gemäß Zulassung nur wenige Stunden haltbar seien.

Bisher 306.000 Dosen in Österreich abgelaufen
In Österreich sind bis dato 306.203 Dosen Corona-Impfstoff über das Verfallsdatum hinaus abgelaufen (Stand 4. April). Demgegenüber stehen mehr als 18 Millionen verimpfte Dosen, teilte das Gesundheitsministerium in Wien am Montag auf Anfrage mit.

Der Großteil der verfallenen Dosen betraf die Vektor-Impfstoffe von Johnson & Johnson und AstraZeneca, nur 18.140 Dosen stammten von den mRNA-Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna. Die abgelaufenen Impfdosen werden „nicht vernichtet, sondern produktgerecht verwahrt, da teilweise mit einer rückwirkenden Verlängerung der Haltbarkeit seitens der Europäischen Arzneimittelagentur zu rechnen ist“, wurde betont.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).