17.03.2022 09:26 |

Teures Tanken

WKK: „Slowenien weist Weg aus dem Sprit-Irrsinn!“

Die Spritpreise steigen rasant an, Konsumenten leiden unter den hohen Preisen. Elisabeth Rothmüller-Jannach von der WKO über Maßnahmen, die auch Österreich erwägen sollte...

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„Krone“: Nachdem der Krieg in der Ukraine die Rohölpreise in die Höhe schnellen ließ, geht es an der Börse bei Diesel und Co. wieder nach unten. Warum spiegeln unsere Zapfsäulen diesen Trend nicht wider?
Elisabeth Rothmüller-Jannach: Weil die Mineralölkonzerne und der österreichische Staat von der Situation profitieren. Seit 1. Jänner wird ein Plus von 920 Millionen Euro geschrieben, während Transportunternehmen, Buslinienbetreiber und Pendler längst das ausbaden, was in weiterer Folge am Endkonsumenten hängen bleiben wird.

Trauen sich die Transporteure nicht, die Preise an deren Kunden weiterzugeben?
In vielen Fällen ist das schlicht und einfach nicht möglich, weil es Jahresvereinbarungen gibt. Die Politik wird sich eine langfristige Lösung einfallen lassen müssen!

Slowenien hat Spritpreise eingefroren

Seit Dienstag darf ein Liter Benzin in Slowenien maximal 1,503 Euro kosten, dieselbe Menge an Dieseltreibstoff mit 1,541 Euro nur einen Wimpernschlag mehr. Damit hat die slowenische Regierung die Spritpreise vorerst für 30 Tage eingefroren.

In Slowenien hat der Staat eingegriffen, die Spritpreise gedeckelt. Warum passiert in Österreich nichts dergleichen?
Der slowenische Weg ist der Idealfall. In Süditalien und Spanien versuchen die Transportverbände bereits, mit Streiks Eingriffe vom Staat zu erzwingen. Damit schneidet man sich jedoch ins eigene Fleisch, schadet der eigenen Branche. Die WKO fordert vom Verkehrs-, Wirtschafts-, Finanzministerium und Bundeskanzleramt längst, dass auch hierzulande endlich etwas passiert - aber ohne Streiks!

Bedeuten die günstigen Preise in Slowenien nicht auch, dass hinter der Staatsgrenze eine enorme Konkurrenz unseren Transporteuren gegenübersteht?
Die slowenischen Transportunternehmen fahren uns um die Ohren. Sie fahren ohnehin schon mit um bis zu 40 Prozent niedrigeren Kosten und zahlen jetzt auch noch wesentlich weniger für den Treibstoff. In der Holzindustrie sind die Slowenen auf dem Vormarsch, weil sie viel lockerer günstige Preise machen können als wir. Ich kenne Busunternehmer, die nach Slowenien tanken fahren und sich pro Tank bis zu 250 Euro sparen. Wer kann ihnen den Grenzübertritt verübeln?

Gibt es auch hierzulande ein Licht am Ende des Sprit-Irrsinn-Tunnels?
Nur wenn die Politik endlich handelt!

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