06.03.2022 15:32 |

Von USA gesucht

Taliban-Minister zeigt sich erstmals öffentlich

Der Innenminister der in Afghanistan herrschenden Taliban, Sirajuddin Haqqani, hat am Samstag bei einer öffentlichen Zeremonie erstmals seit der Machtübernahme der radikalen und militanten Islamisten im vergangenen August sein Gesicht gezeigt. Haqqani, der als „globaler Terrorist“ auf der Fahndungsliste der USA steht, nahm an einer Abschlussfeier für einige hundert frisch ausgebildete Polizisten an der Akademie in Kabul teil, die von lokalen TV-Sendern übertragen wurde.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Bisher war sein Gesicht auf den Bildern, die die Taliban-Behörden von seinen offiziellen Treffen veröffentlichten, nur verschwommen zu sehen gewesen - wohl nicht ohne Grund: Das US-Außenministerium hat eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zu seiner Verhaftung führen.

Vertrauen schaffen
In seiner Rede sagte Haqqani den Polizisten, er zeige sich vor den Medien, um Vertrauen zu schaffen, dass die Taliban ihre Versprechen erfüllten. Dazu gehöre insbesondere, die Sicherheitskräfte der vorherigen Regierung nicht zu bedrohen. Die Taliban hielten sich an das mit den USA unterzeichnete Doha-Abkommen, fügte er hinzu. Die Welt werde nicht von Afghanistan bedroht, und die Taliban kämpften für die Freiheit des Landes.

Das US-Militär und alle anderen internationalen Truppen waren im Sommer 2021 aus Afghanistan nach 20 Jahren abgezogen. Die militant-islamistischen Taliban dehnten zeitgleich ihre Macht mit der Eroberung immer zahlreicherer Bezirke schnell aus und übernahmen am 15. August nach der Flucht des damaligen Präsidenten Ashraf Ghani praktisch kampflos die Hauptstadt.

Berüchtigter Anführer
Bis Samstag war es den Medien nie erlaubt worden, Haqqani zu filmen. Er ist zugleich Anführer des Haqqani-Netzwerks innerhalb der Taliban. Die berüchtigte Gruppe war für einige der tödlichsten Angriffe auf Zivilisten und US-Truppen in Afghanistan verantwortlich. Vergangene Woche erklärte Haqqani auf einer großen Versammlung in der südlichen Provinz Kandahar, dass unter seiner Führung mehr als 1000 Selbstmordattentäter in Afghanistan Anschläge verübt hätten.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).