05.03.2022 09:05 |

„Lady M“ und „Lena“

Zwei Oligarchen-Jachten in Italien beschlagnahmt

Italien hat die 65 Millionen teure Luxusjacht „Lady M“ des russischen Oligarchen und TUI-Großaktionärs Alexej Mordaschow beschlagnahmt. In Sanremo sei zudem die Jacht „Lena“ von Gennadi Timtschenko „im Einklang mit den jüngsten EU-Sanktionen“ sichergestellt worden. Außenminister Luigi Di Maio berichtete außerdem, dass Italien „die Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Wert von 140 Millionen Euro“ vorbereite.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Im Zuge der Strafmaßnahmen gegen Russland wegen der Ukraine-Invasion hatte die Europäische Union Sanktionen gegen mehrere Oligarchen verhängt, denen eine Nähe zu Kreml-Chef Wladimir Putin vorgeworfen wird. Nun vermeldete Regierungsberater Ferdinando Giugliano die Beschlagnahmung gleich zweier Oligarchen-Jachten in Italien.

Am Samstag konfiszierte die Polizei die 52-Meter-lange Jacht „Lena“ des russischen Energie- und Infrastruktur-Tycoons Gennadi Timtschenko, ein Freund Putins. Am Freitag war schon die „Lady M“ von Alexei Mordashov im Hafen von Imperia beschlagnahmt worden.

„Einzige Möglichkeit, Putin zur Vernunft zu bringen“
Doch damit soll noch nicht Schluss sein: „Italien bereitet die Beschlagnahmung von Vermögenswerten russischer Oligarchen im Wert von 140 Millionen Euro vor“, so Außenminister Luigi Di Maio: „Während wir darauf warten, dass der russische Präsident Wladimir Putin den Krieg beendet, beschreiten wir weiter den Weg der Sanktionen. Dies ist die einzige Möglichkeit, Putin zur Vernunft zu bringen.“ Auch werde man sich bemühen, die Abhängigkeit Italiens von russischen Gasimporten zu verringern.

Sondereinheit auf Oligarchen-Vermögen angesetzt
Bereits am Donnerstag hatte Frankreich die Beschlagnahmung der im Hafen von La Ciotat liegenden Mega-Jacht „Amore Vero“ (Wahre Liebe) gemeldet. Das Schiff soll einem Unternehmen gehören, in dem Rosneft-Chef Igor Setschin Hauptaktionär ist. Die EU hat mittlerweile sogar eine Sondereinheit auf das Vermögen der reichen Russen-Elite angesetzt.

Diese bangen zunehmend vor dem Einzug ihres Eigentums. Im Fokus stehen vor allem die milliardenschweren Jachten von Abramovich, Shvidler und Co., die seit Tagen aus diversen Häfen ausgelaufen sind und auf Staaten zusteuern, in denen sie keine Beschlagnahme fürchten. So mancher aus Putins engerem Umfeld kann jedoch nicht nachvollziehen, warum er mit Zwangsmaßnahmen belegt wird.

Mordaschow etwa hatte in einer Erklärung vom Montag jede Verantwortung für den Ukraine-Krieg von sich gewiesen. „Ich habe absolut nichts mit den derzeitigen geopolitischen Spannungen zu tun und ich verstehe nicht, warum die EU mich mit Sanktionen belegt hat“, schrieb er.

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).