Mi, 20. Juni 2018

Hands im Strafraum

23.05.2011 09:39

Ex-Grazer Edin Salkic schenkt Sturm den Sieg

Sturm Graz ist der dritte Meistertitel der Vereinsgeschichte nach dem 2:1-Sieg bei Wiener Neustadt wohl kaum noch zu nehmen. Vor der letzten Runde der tipp3-Bundesliga halten die Steirer alle Trümpfe in der Hand, das Zustandekommen des Resultats in Niederösterreich hinterlässt aber angesichts des kuriosen Handspiels von Ex-Sturm-Spieler Edin Salkic, das den Grazern in der 87. Minute den entscheidenden Elfmeter bescherte, einen schalen Beigeschmack.

Sturm ging in dem Match, in dem Wiener Neustadt vor 5.500 Zusehern heftige Gegenwehr leistete, erst in der 62. Minute in Führung. In der 75. Minute sorgte Alexander Grünwald per Freistoß für den Ausgleich, ehe es in der Schlussphase zu Salkics Handspiel kam. Der Österreicher mit bosnischen Wurzeln ging nach einem harmlosen Eckball wie ein Tormann bei einer Faustabwehr im Strafraum zum Ball. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Sturm-Routinier Samir Muratovic eiskalt zum 2:1-Sieg.

Salkic sah die Gelbe Karte und versteckte nach dem Missgeschick sein Gesicht im Trikot. Eine öffentliche Stellungnahme zur womöglich meisterschaftsentscheidenden Aktion wollte der 21-Jährige am Tag nach dem Spiel nicht abgeben. Salkic hatte bis zum Winter offiziell Sturm Graz gehört, war jedoch an TSV Hartberg verliehen, ehe er zu Wiener Neustadt wechselte. Dort hat er einen Vertrag bis Saisonende, die Niederösterreicher besitzen eine Option auf den Stürmer.

Schöttel enttäuscht
Auch Wiener Neustadts Trainer Peter Schöttel versteht die Welt nicht mehr: "Ich weiß nicht, was Salkic geritten hat, dass er da mit der Hand hingeht. Ich will ihm nichts unterstellen, aber die Optik ist keine gute. Ich und meine Spieler sind sehr enttäuscht, dass wir jetzt mit leeren Händen dastehen. In der ersten Hälfte war von meiner Mannschaft zwar nicht viel zu sehen, aber nach der Pause waren wir klar besser und hatten fünf Chancen. Es ist schade, dass wir dieses Spiel verloren haben."

Daxbacher stinksauer
Karl Daxbacher, Trainer des Titelkonkurrenten Austria Wien, nahm das Wort "Absicht" vorsichtshalber nicht in den Mund, war aber ebenfalls stinksauer: "Das ist eine Gemeinheit und muss hinterfragt werden. So etwas habe ich noch nie erlebt. Jeder der diese Szene gesehen hat, kann sich seinen Teil denken. Ich habe jedenfalls kein gutes Gefühl dabei gehabt. So wird's vielen gegangen sein."

Keine Konsequenzen
Bundesliga-Vorstand Pangl schloss Konsequenzen am Montagnachmittag aus. "Die Liga hat rechtlich gegen ihn nichts in der Hand. Wir können ihn nicht anklagen oder vorladen", erklärte Pangl. "Die Situation ist sehr unangenehm", meinte Wiener Neustadts Team-Manager Christoph Ungerböck. Vehement wischte man in Wiener Neustadt jedoch die angeblichen Nahverhältnisse zwischen Salkic und Sturm vom Tisch. Genauso wenig will man sich auf etwaige Diskussionen einlassen, weil beide Klubs von Magna gesponsert werden.

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