25.02.2022 09:00 |

Unsicherheit steigt

Ukraine-Invasion macht Salzburgern gehörig Sorgen

Russlands Angriff auf die Ukraine schürt bei vielen Salzburgern neue Sorgen: Längst nicht nur die drohenden Anstiege bei den Energiekosten beschäftigen gewaltig. Speziell auch die Lage im Land beschert Sorgenfalten. „Die Stimmung hat sich binnen Stunden völlig verändert“, so etwa Ukraine-Konsul Martin Panosch.
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Von Wien ist die Ukraine näher als Bregenz. Auch Salzburg liegt von Tschop, der westlichsten Stadt der Ukraine nur 680 Kilometer Luftlinie entfernt. Der Krieg rückt auch dort näher.

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Die Situation in der Ukraine ist dramatisch und es zeichnet sich eine humanitäre Katastrophe ab. Schon vor dieser Krise waren 2,9 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mit dem begonnenen Krieg wird die Not zunehmen und der Hilfsbedarf massiv steigen.

Johannes Dines, Direktor der Caritas Salzburg.

Martin Panosch, Honorarkonsul der Ukraine in Salzburg, war heute morgen im Austausch mit dem ukrainischen Botschafter. Der lässt derzeit erheben, welche Dinge vor Ort benötigt werden, und organisiert erste Hilfskonvois. „Die Stimmung hat sich binnen Stunden völlig verändert. Menschen drängen aus Kiew hinaus. Ein mir bekannter Geschäftsführer hat mir in der Früh noch gesagt, er wird in Kiew aber die Stellung halten. Die Familie hat er aber aus der Stadt geschickt.“

Auch in der Salzburger Wirtschaft beobachtet man die aktuellen Entwicklungen mit Sorge. Wie etwa auch beim Sicherheitssystem-Anbieter Commend.

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Wir verfolgen das Ganze mit Ohnmacht und Betroffenheit, wir stehen mit Menschen aus beiden Ländern in Verbindung.

Sprecher des Sicherheitssystem-Anbieters Commend, Jörg Weisser

Noch könne man die Auswirkungen nicht abschätzen. „Es ändert sich stündlich alles. Wir können keine seriöse Prognosen abgeben.“

Industrie fürchtet nun starke Auswirkungen
Gerade das beschäftigt auch den Chef der Salzburger Industriellenvereinigung, Peter Unterkofler. 

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Das wird sich dramatisch auf die Industrie auswirken. Wir haben ausgeprägte Beziehungen nach Russland und in die Ukraine, das Wirtschaftsvolumen beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro.

Chef der Salzburger Industriellenvereinigung, Peter Unterkofler

Nicht nur Betriebe mit Produktionsstandorten im Land sind betroffen, wie etwa der Holzriese Kaindl oder auch Skihersteller Blizzard. „Wir rechnen mit einem weiteren Anstieg der Rohstoffpreise. Strom wurde seit 2020 bereits um 170 Prozent teurer. Der Gaspreis hat sich zwischenzeitlich versiebenfacht“, sagt Unterkofler. Er hofft auf eine Einigung.

„Müssen jetzt auf die Menschen schauen“
Auch Peter Eder, Präsident der Arbeiterkammer Salzburg, prophezeit „massive Preissteigerungen“. Daher fordert er eine Mehrwertsteuer-Senkung auf Strom. „Die Ukraine ist nicht weit weg. Menschen machen sich Sorgen.“ Eder appelliert an die Politik, man müsse jetzt „auf die Menschen schauen“.

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