Gemeindewohnungen

Wohnungsmissbrauch: Es gibt noch mehr Fälle

Multimillionäre, die im Gemeindebau gemeldet sind, ungenützte und illegal vermietete Wohnungen. Die Causa Wolf ist kein Einzelfall.

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Der Bericht, dass Wiener Wohnen mit Privatdetektiven gegen die missbräuchliche Verwendung von Gemeindewohnungen vorgeht, hat für viele Reaktionen in der „Krone“-Leserfamilie gesorgt. Der einhellige Tenor: Warum geht man bei der Aufdeckung nicht einfach den zigfach gemeldeten Hinweisen der Mieter nach? Viele Mieter fühlen sich von Wiener Wohnen nicht ernst genommen.

Ein konkreter Fall aus einem Gemeindebau in Währing. Frau S. (Name d. Redaktion bekannt) hat sich bereits vor vier Jahren an Wiener Wohnen gewandt und gemeldet, dass Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen auf den Garagenplätzen in ihrer Wohnhausanlage in der Peter-Jordan-Straße 81 parken. Doch es habe einfach keine Reaktion darauf gegeben.

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Diese Fahrzeuge stehen jetzt bereits seit sechs Jahren ununterbrochen hier. Doch nicht nur die Parkplätze werden illegal vermietet, sondern auch die dazugehörigen Wohnungen!

Mieterin Frau S. hat die "Krone" kontaktiert

„Diese Fahrzeuge stehen jetzt bereits seit sechs Jahren ununterbrochen hier. Doch nicht nur die Parkplätze werden illegal vermietet, sondern auch die dazugehörigen Wohnungen!“, ist sich die Anrainerin sicher. Wiener Wohnen meint dazu lapidar: Beide Parkplätze seien an eine in der Nähe ansässige Firma vermietet. Was ist mit der Wohnung?

Grüne fordern regelmäßige Überprüfung
Die Grünen Wien fordern anlässlich der Causa um die Gemeindewohnung von Multimillionär Sigi Wolf die Stadtregierung dazu auf, ihre Hausaufgaben zu erledigen. Sie sind sich sicher: Es wäre eine einfache Aufgabe für Wiener Wohnen, das Vorliegen einer Hauptwohnsitzmeldung regelmäßig von Hauptmietern nachweisen zu lassen.

Hat Wiener Wohnen etwa keinen Überblick darüber? Aktuell stehen knapp 7000 Wohnungen leer. Anders als bei Leerstand durch Sanierung oder Umzug ist die Nichtbenützung oder Untervermietung eindeutig nicht erlaubt. Weder die Kosten für das private Detektivunternehmen noch die Erfolgsquote der professionellen Spionierer wollte Wiener Wohnen auf Anfrage der „Krone“ verraten.

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