Tragödie in Edt

Tödlicher Stromunfall: Namenloses Grab für Opfer

Wenn den Ermittlern nicht der Zufall zu Hilfe kommt, wird jener Flüchtling, der bei einer Spedition in Edt/Lambach tot am Zug gefunden wurde, ein namenloses Grab in der Gemeinde erhalten. Er war einer von vielen, die versuchen, nach OÖ zu kommen: In der Vorwoche wurden 50 Migranten aufgelesen.

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Die Obduktion des jungen Mannes ergab, was von Anfang an vermutet worden war: Er war mit der Oberleitung des Zuges, mit dem er illegal aus Griechenland über den Balkan und Ungarn nach Edt bei Lambach gefahren war, in Berührung gekommen und hatte einen tödlichen Stromschlag erlitten. Wo genau der Unfall passiert ist, bleibt unklar. Und auch, wer der Tote ist. Denn er hatte keinerlei Papiere dabei, und daher liegt die Vermutung, dass es sich um einen Migranten und keinen Arbeiter handelt, nahe.

„Die Gemeinde Edt ist nun dafür verantwortlich, dass der Verstorbenen würdig seine letzte Ruhe findet“, sagt Bürgermeister Alexander Bäck, der schon mit dem Bestattungsinstitut in Verbindung ist. Denn die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft Wels inzwischen freigegeben, da kein Mordverdacht besteht.

Sollte sich die Identität des Mannes – was zu befürchten ist – nicht klären lassen, wird der Migrant namenlos beigesetzt.

199 Migranten in einem Monat
Inzwischen geht das tägliche Versteckspiel auf den Flüchtlingsrouten weiter. In der Vorwoche wurden in Oberösterreich bei 35 Aufgriffen 50 Migranten von der Polizei angehalten. Zwischen 27. Dezember und 23. Jänner waren 199 Flüchtlinge, jeder zweite ein Syrer, in unserem Bundesland aufgelesen worden – darunter auch sechs, die in einem Obstcontainer saßen, der ebenfalls bei jener Spedition in Edt geöffnet wurden, wo man nun die Leiche fand.

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