So, 16. Dezember 2018

Hit The Road!

08.09.2011 16:19

"Driver": Fahren auf Teufel komm raus in San Francisco

Fahren auf Teufel komm raus - so könnte das Motto zu Ubisofts jüngstem Spross der legendären "Driver"-Serie heißen. Darin geht es mit bislang unerreichter Detailtiefe bei 60 Frames pro Sekunde zurück zu den Wurzeln in jene Stadt, in der im Jahr 1999 mit dem ersten Teil der Spielreihe alles begann - nach San Francisco, wo Spieler sich auf die totale "außerkörperliche Erfahrung" gefasst machen können.

"Wir haben über 210 Meilen Straßennetz geschaffen. Das ist wirklich gigantisch, einfach riesig", schwärmt Martin Edmondson, Creative Director von Ubisoft Reflections, über den neuesten "Driver"-Ableger. Von einem Rennspiel zu sprechen, lässt Edmondson nicht gelten. Es sei "so viel mehr". Er nennt es "driving game", einfach deshalb, weil es nicht um schlichtes Schnellfahren geht, sondern das Ganze auf einer ausgeklügelten Rahmenhandlung aufgespannt ist, die den Spieler in ihren Bann zu ziehen vermag und ständig begleitet.

Die Story entspinnt sich rund um den Gefängnisausbruch von Gangsterboss Charles Jericho und schließt somit unmittelbar an die Geschichte aus "Driv3er" aus dem Jahr 2005 an. Detective John Tanner und sein Partner Tobias Jones nehmen die Verfolgung des Flüchtigen auf. Kurz darauf kracht es gewaltig, ein spektakulärer Crash befördert Tanner ins Koma. Einen Großteil der folgenden Handlung erlebt der Haudegen am Steuer also nur in seinen Gedanken.

Shift-Funktion bietet "'Out of body'-Experience"
Dieser Ausritt ins Reich der Phantasie tut der nahezu fotorealistischen Aufbereitung allerdings nicht den geringsten Abbruch und bereitet zugleich den Weg für zwei Novitäten: Zum einen kann der Spieler die Fahrzeuge in der Open-World von SF nicht mehr verlassen. Um dennoch Bewegungsfreiheit jenseits des Lenkrades ins Spielgeschehen zu bringen, haben sich die Entwickler die sogenannte Shift-Funktion einfallen lassen. Dabei macht Tanner auf Knopfdruck eine "außerkörperliche Erfahrung", die Ego-Perspektive wechselt in eine Vogelperspektive über der Stadt und man nimmt das gesamte Verkehrsgeschehen in Zeitlupe wahr. Mit einem weiteren Tastendruck schlüpft man sodann in den Körper jedes beliebigen Lenkers in jedem beliebigen Fahrzeug, das sich auf den Straßen tummelt.

"Wir haben Unmengen an Dialogzeilen immer wieder überarbeitet, sodass jeder Einwohner seine ganz eigene Geschichte erzählt", streicht Edmondson die enorme Fülle an Inhalten und Nebenhandlungssträngen hervor. Denn jeder der Charaktere, die man auf diese Weise in Besitz nehmen kann, fließt mit seiner eigenen Geschichte und Perspektive in das Geschehen mit ein. Abgesehen davon gewährt das Shifting ungeahnte Möglichkeiten bei Highspeed-Duellen. So kann man etwa während einer Verfolgungsjagd einfach in einen anderen Wagen schlüpfen und mit diesem dem Flüchtenden an der nächsten Kreuzung gehörig die Tour vermasseln.

San Francisco als ideales Pflaster für Drama und Drift
Für die vielen Verfolgungsjagden und kniffligen Missionen eigne sich San Francisco hervorragend als Kulisse, erklärt Edmondson. Denn im Vergleich zu anderen Städten in den USA, sei diese "die wohl facettenreichste". Findet man sonst meist eine eintönige, schachbrettmusterähnliche Stadtarchitektur, bietet SF sowohl "kurvenreiche Straßen, unbefestigte Wege im Souterrain, ländliche Infrastruktur, Schnellstraßen und Autobahnen" als auch beeindruckende Passagen wie etwa Golden Gate oder Bay Bridge.

Auf den Straßen tummeln sich im authentisch agierenden Verkehrsgewühl rund 140 lizensierte und liebevoll gestaltete Fahrzeuge. Das Spektrum reicht dabei von PS-gewaltigen Exoten – viele davon von Filmleinwänden bekannt - bis hin zum Alltagsfahrzeug, das dem Gesamteindruck eine weitere realistische Note verleiht. Stolz verkündet Edmondson, dass nicht zuletzt diese "gewöhnlichen" Fahrzeuge im Wechselspiel mit fantastischen Sportwagen das Salz in der Asphaltsuppe von "Driver – San Francisco" sind. Besonderes Augenmerk wurde auch auf ein möglichst realistisches, vielleicht gerade deshalb stellenweise aber sehr schweres Handling der Fahrzeuge gelegt, das auch verschiedene Antriebssysteme (Front-, Hinterrad- und Allradantrieb) berücksichtigt.

Im Multiplayer-Modus stehen 19 verschiedene Varianten von Online-Duellen und Split-Screen-Varianten zur Verfügung, die sowohl gemeinsam als auch gegeneinander bewältigt werden wollen. Gerade hier, beim Räuber-und-Gendarm-Spiel, werden einem die Stärken der neuen "Shift"-Funktion bewusst, durch die sich ganz neue strategische Möglichkeiten ergeben. Für den Soundtrack zum Spiel wurden neben dem originalen Driver-Track rund 60 Songs eingespielt, die für das richtige "Road and sound"-Gefühl sorgen sollen.

Fazit: Obwohl der Gedanke an ein "driving game" mit Open-World-Architektur, in dem man aber seinen Wagen nicht verlassen kann, zunächst für Stirnrunzeln sorgt, verfliegt dieser Aspekt schon nach den ersten Minuten. Auch die spannend inszenierten und nahtlos eingefügten Handlungselemente sowie die Shift-Funktion, mit der man sich von Wagen zu Wagen "beamen" kann, lassen in puncto Bewegungsfreiheit keine Wünsche offen und sorgen dafür, dass der Spaßfaktor trotz stellenweise unfairen Handlings in die Höhe schnellt. Herausforderungen gibt es in "Driver – San Francisco" – dem mittlerweile fünften Teil der Spielreihe – noch dazu jede Menge, sowohl im Einzel- als auch im Multiplayer-Modus, sodass all jene mit einer Vorliebe für schnelle Autos, teils wahnwitzige Action und die wilden 70er bedenkenlos zugreifen können.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360, PC
Publisher: Ubisoft
krone.at-Wertung: 8/10

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