Erneut vor Gericht

Neonazi als Drogenhändler und Waffensammler?

Fast 30 Jahre ist es her, seit Peter B. (53) im Mittelpunkt eines großen Prozesses in Wien stand. Jetzt wird er in den Großen Schwurgerichtssaal zurückkehren. Diesmal wird es nicht um Wiederbetätigung gehen, sondern um Drogenhandel. Außerdem wurde eine geradezu unfassbare Menge an Waffen bei ihm sichergestellt.

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Wollte der „Ingenieur“, wie er in Neonazi-Kreisen genannt wurde, in den Krieg ziehen? Diese Frage drängt sich bei der Aufzählung jener Waffen auf, die Prozessthema sind. Auf neun Seiten werden Maschinenpistolen, Sturmgewehre, ein schießender Kugelschreiber und die unglaubliche Zahl von 130.000 Stück Patronen aufgelistet. All das wurde bei einer Hausdurchsuchung bei Peter B. sichergestellt.

Urteil wegen Wiederbetätigung
Er stand in den Neunzigerjahren in Wien als Beteiligter an den Briefbomben-Attentaten vor Gericht. Während des Prozesses erhielt Anwalt Rudolf Mayer, der auch heute sein Verteidiger ist, vom wirklichen Briefbombenbauer Franz Fuchs eine Briefbombe in die Kanzlei geschickt. Dies war ein wesentlicher Punkt zur Entlastung von Peter B. Der Ingenieur wurde daher vom Briefbomben-Vorwurf freigesprochen, wegen Wiederbetätigung aber zu fünf Jahren verurteilt.

Begonnen haben die Ermittlungen 2020. Auch damals saß Peter B. in Haft und wurde von einem ebenfalls inhaftierten Polizeispitzel angesprochen, ob er Suchtgift liefern könnte. Ein Umstand, den Verteidiger Rudolf Mayer im Prozess kritisch hinterfragen wird. In der Anklage ist von mehreren Kilo Speed die Rede, mit der Peter B. gehandelt haben soll. Zum Waffenhandel sagt der Anwalt: „Mein Mandant war schon immer ein Waffennarr.“

Peter Grotter
Peter Grotter
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