Umfrage belegt:

Klare Mehrheit der Wiener ist für die Impfpflicht

Eine brandaktuelle Umfrage zeigt: Auch wenn die Gegner lautstark die Straßen beherrschen, zwei Drittel der Wiener wollen eine allgemeine Impfpflicht. Spannend sind auch die Ergebnisse, wie die meisten heuer Weihnachten feiern und wie viele Menschen Christkindlmärkte besuchen wollen. Auf politischer Ebene gibt es Überraschungen.

Die Festtage nahen, und da stellt sich bei vielen die Frage: „Wie hältst du es mit Omikron?“ Verwandte besuchen oder die Kerzerln lieber alleine anzünden? 53 Prozent wollen Weihnachten nur im kleinsten Kreis feiern, 22 Prozent in großer Runde mit Freunden und Familie, elf Prozent verzichten ganz auf Trubel. Das zeigt eine Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) unter 1250 Wienern ab 16 Jahren. Untersuchungszeitraum: 12. bis 16. Dezember.

66 Prozent für Impfpflicht, jeder Dritte ist dagegen
Das war natürlich nicht die einzige Frage rund um Corona. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) befürworten die ab Februar 2022 allgemein geltende Impfpflicht, fast jeder Dritte (29 Prozent) ist dagegen, der Rest macht keine Angabe.

Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung bei der freiheitlichen Wählerschaft. 80 Prozent der blauen Anhänger lehnen den „Zwangsstich“ ab. Generell sind die Wiener mit dem Impfangebot in der Stadt zufrieden. 87 Prozent halten es für ausreichend, jedem Zehnten ist es zu wenig. Auch die wieder eingeführten Gastrogutscheine halten die allermeisten (85 Prozent) für eine gute Idee.

Nur jeder Zweite will einen Adventmarkt besuchen
Weiter auseinander klaffen die Meinungen zu den nun geöffneten Christkindlmärkten. Nur die Hälfte der Befragten will Adventstände eher besuchen, 28 Prozent gehen sicher nicht hin. Jeder Fünfte ist unentschlossen, tendiert zum Fernbleiben.

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Die Spaltung der Gesellschaft ist speziell bei den Stimmen für die Restparteien sichtbar. Bereits zehn Prozent der Wiener würden einer Partei, die derzeit nicht im Gemeinderat ist, ihre Stimme geben.

Meinungsforscher Christoph Haselmayer, Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD)

Stadtregierung legt zu, ÖVP und Grüne verlieren
Teilweise markante Ausschläge zeigt das W24-Barometer auf der politischen Ebene. Im Vergleich zur Wien-Wahl vor gut einem Jahr kann die rot-pinke Stadtregierung zulegen. Die SPÖ kommt demnach auf 45 Prozent (Wahlergebnis: 41,6 Prozent). Den Neos würden heute neun Prozent (nach 7,5 Prozent) erhalten.

Einen Absturz erlebt nach dem Abgang von Sebastian Kurz und Gernot Blümel die ÖVP. Nur zwölf Prozent würden den Türkisen derzeit ihre Stimme geben. Bei der Wien-Wahl waren es mehr als 20 Prozent gewesen. Die FPÖ kann sich verdoppeln und liegt bei 14 Prozent. Die Grünen rutschen von 14,8 Prozent auf zehn Prozent ab.

Überraschender ist etwas anderes. Jeder zehnte Wiener würde eine andere Partei als die genannten wählen. Eine Skeptikertruppe wie in Oberösterreich hätte wohl auch in Wien Chancen, in den Landtag zu kommen.

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Montag, 17. Jänner 2022
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