08.12.2021 09:00 |

Stromausfall in IBK

Nach Blackout-Alarm: „Vorsorgeplan hat gegriffen“

Was in den vergangenen Wochen immer wieder geprobt wurde, war Dienstagfrüh in Innsbruck Ernstfall: Blackout! Zehntausende standen plötzlich im Dunkeln. Im Bad, im Aufzug, in der Küche oder auf der Straße. Für den Großteil der Betroffenen war der Spuk relativ rasch vorbei. Der Vorfall zeigte aber laut den Verantwortlichen: „Der Blackout-Vorsorgeplan hat gegriffen.“

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Aufregung herrschte Dienstagfrüh in der Tiroler Landeshauptstadt. Um Punkt 7.22 Uhr ging in vielen Innsbrucker Haushalten nämlich der Strom aus. „Angst hatte ich keine, aber es war schon ein mulmiges Gefühl. Ich war gerade im Bad beim Schminken, als es plötzlich finster wurde“, schildert eine Betroffene im „Krone“-Gespräch. Beim Blick aus dem Fenster sah sie, dass auch die anderen Häuser dunkel waren: Blackout!

Technischer Defekt in einem Umspannwerk
Gott sei Dank war der Spuk nach wenigen Minuten schon wieder vorbei - zumindest für die meisten. Für 1000 Haushalte dauerte der Stromausfall bis in den Vormittag hinein an. Schuld am Blackout war laut Auskunft von Branddirektor Helmut Hager von der Berufsfeuerwehr Innsbruck ein technischer Defekt in einer 110-kV-Anlage im Umspannwerk Pastorstraße.

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Bei uns sind zahlreiche Notrufe eingegangen - vor allem wegen stecken gebliebener Aufzüge.

Branddirektor Helmut Hager

„Bei uns sind zahlreiche Notrufe eingegangen - vor allem wegen stecken gebliebener Aufzüge“, schildert Hager. Auch die Zentrale der Feuerwehr war vom Stromausfall betroffen. Die Einsätze konnten aber alle abgearbeitet werden. Verletzt wurde niemand. Der Schaden im Umspannwerk konnte übrigens nach wenigen Minuten wieder behoben werden.

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Der Blackout-Vorsorgeplan hat gegriffen, die Notstromversorgung der Feuerwehr ist sofort angesprungen, und die Versorgung der wichtigen Infrastruktur war zu hundert Prozent gegeben.

Innsbrucks Vize-BM Johannes Anzengruber

15.000 Haushalte ohne Strom
„Der Blackout-Vorsorgeplan hat gegriffen, die Notstromversorgung der Feuerwehr ist sofort angesprungen, und die Versorgung der wichtigen Infrastruktur war zu hundert Prozent gegeben“, bilanzierte der für Sicherheit in der Stadt Innsbruck zuständige Vizebürgermeister Johannes Anzengruber. In Summe waren 15.000 Haushalte in den Stadtteilen Saggen, Reichenau, Wilten, Hötting und Innsbruck West betroffen.

Laut Auskunft der Innsbrucker Kommunalbetriebe treten in Innsbruck jährlich 25 kleinere Störungen im Mittel- und Hochspannungsnetz auf. „Die mittlere statistische Ausfallzeit pro Haushalt und Jahr beträgt 5,5 Minuten“, weiß Roland Tiwald.

„Neuere Aufzüge brauchen Reset“
Nach dem Stromausfall in Innsbruck gingen nach einigen Minuten zwar die (meisten) Lichter rasch wieder an - nur manche Aufzüge blieben weiterhin außer Betrieb. Doch warum ist das so? Die „Tiroler Krone“ hat dazu mit einem Experten (Name der Redaktion bekannt) gesprochen, der in einer kleinen Tiroler Aufzugsfirma arbeitet, aber anonym bleiben möchte.

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Es sind eher die neueren Lifte, die manchmal einen Neustart benötigen. Sie funktionieren ja wie Computer und sind programmiert.

Ein Experte zur "Krone"

„Die älteren Modelle springen nach einem Stromausfall normalerweise einfach wieder an. Es sind eher die neueren Lifte, die manchmal einen Neustart benötigen. Sie funktionieren ja wie Computer und sind programmiert. Wenn der Aufzug während eines Stromausfalles beispielsweise zwischen zwei Stockwerken stecken bleibt, dann weiß das System hinterher nicht mehr, wo sich der Aufzug befindet. Und genau aus diesem Grund benötigt es einen Reset.“

Muss das eine Fachperson übernehmen oder kann sich der Aufzug auch von alleine zurücksetzen? „Die Antwort dafür liegt klar auf der Hand: Dafür braucht es jemanden, aber zu 95 Prozent sind das Aufzugswarte und das sind meistens die Hausmeister“, klärt der Experte im Gespräch auf.

Markus Gassler
Markus Gassler
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