Klima- und Lärmirrsinn

Dieselloks laufen vor Wohnbau stundenlang am Stand

Vor einer Wohnhausanlage in Wien-Floridsdorf laufen Dieselloks oft stundenlang am Stand. Die Anrainer sind empört. Ihre Beschwerden gehen seit Monaten ins Leere. Ein Klimaschutz- und Lärmirrsinn.

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Öffis sind immer umweltfreundlich - von wegen. Am Bahnhof Jedlersdorf findet seit Monaten eine Art Klima-Amoklauf statt, der von den ÖBB zumindest toleriert und nicht aktiv bekämpft wird. Dieselloks stehen mit laufendem Motor direkt vor einer großen Wohnhausanlage viele Stunden lang, manchmal sogar Tage hindurch, am Stand. Die Züge bewegen sich in dieser Zeit nicht und sind unbesetzt. Der Lokführer ist abwesend.

Bewohner der Ottilie-Bondy-Promenade haben sich mehrfach bei der Bahn darüber beschwert. Denn der Lärm geht über jedes herkömmliche Maß hinaus. Die „normale“ Geräuschentwicklung von Schnellbahn und Güterzügen sei kein Problem, betonen die Mieter. „Aber das ist unerträglich“, klagt „Krone“-Leserin Ewa F. „Wir werden manchmal aus dem Schlaf gerissen, die Motoren erzeugen Lärm und Vibrationen wie bei einem kleinen Erdbeben“, so die Anrainerin.

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„Dass der Motor der Dieselloks teils vor und nach der Fahrt läuft, hat technische Gründe. Da geht es zum Beispiel um die Erwärmung und die Abkühlung technischer Komponenten.“

ÖBB-Sprecherin Julia Krutzler

Das Ganze erzeuge unnötig Abgase und widerspreche jedem Umweltgedanken. Eine ÖBB-Sprecherin sagt: „Dass der Motor der Dieselloks teils vor und nach der Fahrt läuft, hat technische Gründe. Da geht es zum Beispiel um die Erwärmung und die Abkühlung technischer Komponenten.“ Maßnahmen für eine Lärmentlastung am betroffenen Bahnhof würden geprüft.

Das erklärt allerdings nicht, warum die Motoren mitunter Tage, einmal sogar ein ganzes Wochenende hindurch laufen, wie Ewa F. beklagt. „Ich fordere die verantwortlichen Stadträtinnen Sima und Gaál auf, dem ein Ende zu bereiten. Es kann nicht sein, dass ÖBB-Mitarbeiter in einem Wohngebiet mutwillig oder aus Bequemlichkeit Lärm und Abgase verursachen und damit Menschen Schaden zufügen“, so der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp.

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