30.11.2021 07:12 |

Neue Freiheit

Petra Morzé: „Lebe jetzt in einer leeren Wohnung“

Petra Morzé, nächste Woche in der „Millionenshow“ zu Gast, über all die Veränderungen in ihrem Leben.

„Krone“: Petra, derzeit gibt’s im ORF „Morzé im Doppelpack“: Nächste Woche bist du erstmals in der „Millionenshow“, Montagnacht haben wir dich als Gast von Reinhold Bilgeri in der Sendung „Aus dem Archiv“ erlebt. Was verbindet dich mit ihm?
Petra Morzé: Wir haben einen „Landkrimi“ mitsammen gemacht und uns dabei auf Anhieb besonders gut verstanden. Das ist ja nun auch schon wieder ein Weilchen her ...

... so wie dein Burgtheater-Engagement, das in der Spielsaison 2018/ 19 geendet hat.
Ja, und das nach 17 Jahren! Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Wenn ein neuer Direktor kommt, muss man natürlich damit rechnen, aber ich hab nicht damit gerechnet. Und schon gar nicht, dass man mir das auf so eine flapsige Art mitteilt, wie’s passiert ist. Nach siebzehn Jahren hat man doch eine andere Beziehung!

Hast du lange gebraucht, das zu verdauen?
Nein, ich hab mich relativ schnell damit abgefunden, weil ich war mitten in den Proben für Reichenau, die Merle hatte Matura, und der Vater meiner Kinder lag im Sterben. Es war eine ganz dichte Zeit für uns drei, in der ich mich gedanklich mit so viel anderem beschäftigt hab. Ich kann zwar diesen Menschen noch immer nicht leiden, aber das macht ja nix. Rückblickend betrachtet ist es das Beste, was mir passieren konnte. Ich war dreißig Jahre im Ensemble - jetzt ist es gut. Ich möchte auch frei bleiben.

Abgesehen von der Kränkung über die Art, WIE du verabschiedet wurdest: Kamen damit auch finanzielle Sorgen auf dich zu?
Solang ich gsund bin, bedrückt mich das nicht. Das hat’s nie; auch nicht, als ich gar kein Geld, sondern Schulden hatte. Aber natürlich spür ich, dass die Engagements weniger werden. Durch Corona ebenso wie durch das Alter. Und natürlich wär’s gut, wenn ich noch Geld habe, um die Kinder zu unterstützen.

Dein Simon ist doch längst ein gefragter Schauspieler!
Ja, er hat schon viel gedreht, macht aber jetzt die Filmakademie in Ludwigsburg. Er wird sicher immer wieder spielen, aber sein Herz schlägt jetzt für Filmregie. Und die Merle ist in Hamburg, besucht dort die Hochschule der Künste. Beide sind zeitgleich im September weg. Das war hart. Ich leb ja schon lang in Wien ohne meine Kinder, und es hat immer länger gebraucht bis ich von ihnen eine Audienz bekommen hab, um zu dritt was zu machen - aber es ist trotzdem ein Riesenunterschied, jetzt da sie ganz weg sind. Das lässt ein größeres Alleinsein zurück, als ich dachte.

Hat’s vielleicht auch damit zu tun, dass du euer Haus verkauft hast und nun allein in einer Wohnung lebst?
(lacht) Nein, hier fühl ich mich sogar sehr wohl! Seit Oktober schlaf ich auf dem einen Sofa, das es gibt, neben zwei Koffern und zwei Kisten, die ich noch ausräumen muss. Diese leere Wohnung gefällt mir sehr. 2017 hab ich nämlich begonnen, mich von all den vielen unnötigen Dingen zu trennen ... Es sammelt sich ja so viel an! Ich hab damals auch alle meine Kleider auf einen Haufen geworfen - und war geschockt, weil man einfach zu viel hat! Damals hab ich angefangen, mein Leben zu ändern: Hab mein Auto verkauft, flieg nicht mehr - auch nach Köln zur „Millionenshow“ bin ich mit dem Zug gefahren - und hab generell begonnen, meinen Konsum zu überdenken: Ich kann doch nur bei MIR anfangen!

Vera Russwurm, Kronen Zeitung

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