22.11.2021 06:40 |

Zwei Schwerverletzte

Flugzeugabsturz im Tiroler Ötztal gibt Rätsel auf

Wie konnte es Sonntagmittag zu dem Flugzeugunglück im Tiroler Ötztal kommen? Im Bereich des Ramolhauses in Sölden stürzte gegen 12.30 Uhr ein mit zwei Passagieren (32 und 40) besetztes Kleinflugzeug ab.Die Absturzstelle befindet sich in steilem, felsdurchsetztem Gelände auf rund 3000 Metern Seehöhe. Das Wrack konnte rasch geortet werden, nachdem ein Crash-Sensor ein Notsignal nach Frankreich gesendet hatte.

Laut ersten Erkenntnissen übersah der Pilot (40) zunächst ein Seil der dortigen Materialseilbahn und versuchte, vor der Kollision mit dem Seil das Flugzeug nach oben zu ziehen. Ob es zu einer Kollision mit dem Seil oder zu einem Strömungsabriss gekommen ist, konnte bis dato noch nicht geklärt werden. „Das Flugzeug stürzte in weiterer Folge im alpinen, weglosen, teils schneebedeckten Gelände auf einer Seehöhe von 2725 Metern ab und rutschte dann über eine schneebedeckte Steilrinne zirka 50 Meter hinab, ehe es schwer beschädigt liegen blieb“, berichtete die Polizei.

Leitstelle koordinierte Hubschraubereinsätze
Die französischen Behörden hatten die Austro Control in Wien informiert, nachdem gegen Mittag ein Crash-Sensor des Kleinflugzeugs ein Notsignal nach Frankreich geschickt hatte. Beim nachfolgenden Erkundungsflug des Polizeihubschraubers in Tirol konnte tatsächlich das abgestürzte Flugzeugwrack entdeckt werden.

Identität der Insassen unklar
Rettungskräfte konnten die beiden Insassen schwer verletzt bergen. Sie wurden in die Krankenhäuser Zams und Innsbruck geflogen. Die genauen Identitäten der Insassen - bis auf ihr Alter - sind derzeit noch nicht bekannt. Laut Austro-Control-Sprecher Markus Pohanka handelt es ich laut Kennung auf den teilweise zerstörten Tragflächen mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein in Frankreich registriertes Kleinflugzeug älterer Bauart. „Es ist kein besonders gängiger Flugzeugtyp wie zum Beispiel eine Cessna“, betonte dazu Pohanka.

Airport Innsbruck nicht Startort der Maschine
Das Flugzeug war vermutlich aus Jesenwang in Deutschland gekommen. Über den Zielort herrschte vorerst noch Rätselraten.

Laut Austro Control handelte es sich um einen „Sichtflug in Eigenverantwortung des Piloten“. Die äußeren Bedingungen für einen derartigen Flug waren am Sonntag günstig, viel Sonnenschein, wenig Wind. Am Montag soll die Flugunfall-Kommission ihre Arbeit aufnehmen und die Absturzumstände klären.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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