17.11.2021 06:04 |

Sammelaktion

Start-up will Arztkleidung zweites Leben schenken

Medizinische Arbeitskleidung aus zweiter Hand soll bald den Ozean nach Afrika überqueren und dort Ärzte mit fachgerechter Kleidung ausstatten. Gekommen ist die Idee den zwei Kärntnern Gregor Kury und Jakob Hohenberger (beide 26), die mit ihrem jungen Textilunternehmen mjuks (Firmensitz in Wien), gerade den Markt für Praxisbekleidung umkrempeln. 

Während in Österreich davon ausgegangen wird, dass fachgerechte Kleidung in den Krankeneinrichtungen zum absoluten Mindeststandard gehören, sieht dies in manchen anderen Ländern schon ganz anders aus, etwa in Afrika: In einigen Regionen ist es dort für Ärzte Usus, mit T-Shirts und Jeans zur Visite zu gehen. Ressourcen, um das medizinische Personal auszustatten, sind kaum vorhanden.

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Die Kleidung stellt einen essenziellen Teil der Hygienemaßnahmen im medizinischen Umfeld dar.

mjuks-Gründer Jakob Hohenberger

Gefährliche Infektionsquelle
Was sich zumal nach einem reinen Luxusproblem anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als gefährliche Infektionsquelle: Denn Freizeitkleidung kann im Klinikalltag schnell zum Bakterienbrutkasten werden, weiß Jakob Hohenberger, einer der zwei Firmengründer: „Die Kleidung stellt einen essenziellen Teil der Hygienemaßnahmen im medizinischen Umfeld dar.“

Um potenzielle Keime vom OP fernzuhalten, startet das Jungunternehmen nun eine landesweite Sammelaktion: Bis 5. Dezember möchte das Duo Kasacks und Kittel ein zweites Leben schenken, denn Jahr für Jahr werden in Österreich Unmengen an medizinischer Kleidung ausgemustert: „Die Kleidung verschwindet dann in Kästen, obwohl sie noch funktionsfähig wäre“, so Kury. Statt Platzhalter und Staubfänger im obersten Fach im Schrank zu sein, rufen die beiden unisono Mediziner dazu auf, ihrer Arbeitskleidung „ein zweites Leben zu schenken“.

So funktionierts:

Auf mjuks.com erhält jeder ein Versandlabel, mit dem man sein Paket mit der gesammelten Kleiderspende ganz einfach und kostenlos bei der nächsten Postfiliale abgeben kann. Gesucht wird ausschließlich medizinische Arbeitskleidung - sie muss nicht nigelnagelneu, aber noch immer tragbar sein.


Patenschaft für Kinder in Tansania

Schon seit Beginn der Firmengründung - die übrigens erst im Frühjahr 2021 stattfand - spielt der Charity-Gedanke bei Kury und Hohenberger eine große Rolle, denn gemeinsam mit der von zwei Wiener Ärztinnen gegründeten Organisation „Africa Amini Alama Foundation“ übernimmt mjuks die Patenschaft für hilfsbedürftige Kinder in Tansania.

Smart und bequem
Doch weg vom Wohltätigkeitsaspekt der Firma hin zu dem eigentlichen Produkt des jungen Start-ups: Die Idee zu mjuks hatten die 26-Jährigen zu Beginn der Corona-Pandemie. „Tag und Nacht bemühen sich Ärzte um unsere Gesundheit, und trotzdem gibt es immer noch eintönige, unförmige und zumeist unbequeme Arbeitskleidung“, erklärt das Duo. Mit dem Unternehmen haben die zwei komfortable und bequeme Praxisoutfits für Lebensretter geschaffen. 

Gegen die Fortpflanzung von Viren
Und nicht nur das: Die beiden haben zudem einen eigenen Stoff entwickelt, der die Fortpflanzung von Viren hemmt und elastisch und atmungsaktiv ist. An den Designs arbeiteten sie zusammen mit Ärzten aus mehreren Praxen. „Die wissen natürlich am besten, was sie wollen“, so Kury und Hohenberger. Hergestellt werden die Outfits unter fairen Bedingungen in Portugal. 

Hannah Tilly
Hannah Tilly
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