13.11.2021 18:00 |

Bei Netzzusammenbruch:

Tirol würde bei einem Blackout zur Strominsel

Sollte das europäische Stromnetz tatsächlich temporär zusammenbrechen, wird Tirol zur Insel der Seligen. Die Tiwag garantiert im Falle die Weiterversorgung - im „Inselbetrieb“!

Eine Kältewelle in Europa kappt die Stromversorgung über die zusammenhängenden Netze - das war das Szenario am Freitag im Rahmen der Blackoutübung „Energie 21“. In Tirol bleiben allerdings die Wohnungen nicht kalt, denn die Tiwag hat ein oft geübtes Konzept, das auch Bundeskanzler Schallenberg beim Besuch des Kraftwerkes in Silz nicht kalt ließ: Inselbetrieb heißt das Zauberwort.

Mit 350 Tonnen und 24 m3 pro Sekunde von 0 auf 100
Schallenberg, Platter und die Tiwag-Spitzen durften durch einen Beobachtungsspalt in den Turbinenraum miterleben, wie das 350-Tonnen-Ungetüm von Turbine dröhnend von null mit 24 Kubikmeter Wasser/Sekunde anfährt. „Da wir ja bei einem Blackout keinen Strom haben, wird diese Startenergie autark von unseren Energiebedarfsmaschinen geliefert“, erklärte Betriebsleiter Robert Neuner. Tiwag-Chef Erich Entstrasser: „Vorher haben wir das Tiroler Netz vom übrigen abgekoppelt und für diese Notversorgung eines der zwei schwarzstartfähigen Pump-Speicherkraftwerke ausgewählt, entweder Kaunertal oder Silz.“

Mit der Aktivierung der beiden Turbinen - Sellrain-Silz ist eines der leistungsstärksten Kraftwerke in Österreich überhaupt - werde die Spannung langsam aufgebaut. Bereits nach 150 Sekunden erreichen die Turbinen die Volllast, aber der Spannungsaufbau müsse behutsam gemacht werden, fährt Neuner fort, und erreiche als Erstes die Umspannwerke im Inntal.

Notversorgung von Tirol in rund fünf Stunden erreicht
Nach einer Stunde sei die Spannung hochgefahren, eine halbe Stunde später gebe es erste Lastzuschaltungen und nach insgesamt vier Stunden wäre der Zentralraum versorgt. „Fünf Stunden nach dem Hochfahren hätte ganz Tirol wieder elektrische Energie“, ergänzte Entstrasser, der selbst dem Bundeskanzler dabei ein „Aha“ entlockte.

Betriebsleiter Neuner bemerkte nicht ohne Stolz, dass „wir in Tirol mit unseren Speicherkraftwerken durchaus privilegiert sind“. Auch andere Regionen könnten einen Inselbetrieb starten, jedoch seien beispielsweise Laufkraftwerke bei Weitem nicht so gut geeignet. Wie lange kann der Notbetrieb aufrechterhalten bleiben? Neuner: „Wenn der Speicher voll ist, mehr als zehn Tage.“ Möglicherweise doch kein Nachteil, wenn die Stromversorgung im indirekten Eigentum der Tiroler Bürger ist!

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