06.11.2021 20:00 |

Stimmung aufgeheizt

Gespaltene Bevölkerung, Ansturm auf Impfbusse

Nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe der neuen 2G-Regeln in Österreich bildeten sich vor den Impfbussen lange Schlangen. Vor dem Europark wurde ein Rettungsfahrzeug kurzfristig in eine zusätzliche Impfstation umgewandelt. Was aber bleibt: eine tief gespaltene Gesellschaft. Die „Krone“ mit einem Stimmungsbild.

Freitagabend verkündete die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern die einheitlichen 2G-Regeln, die bereits ab Montag gelten werden. Sprich: Etwa zum Friseur, zu Wirten oder ins Fitnessstudio muss man geimpft oder genesen sein. Wobei ein Antikörper-Nachweis nicht mehr als Genesung zählt. In nur wenigen Stunden, am Samstagvormittag, bildeten sich an den Impfbussen bereits lange Schlangen von Impfwilligen. Der Antrieb? Höchst Unterschiedlich: von der Vermeidung des persönlichen Lockdowns als Ungeimpfter bis hin zur Auffrischung. Alle Altersgruppen waren dabei vertreten. Nicht alles lief dabei problemlos. So wurden Impfwillige wieder weggeschickt, weil der zweite Stich mit AstraZeneca erst vier Monate her ist. „Und das, nachdem ich eine Stunde lang gewartet habe und mir am Freitag versichert wurde, eine Impfung zu bekommen“, sagt eine Frau, die wegen Impfgegner im Freundeskreis lieber anonym bleiben möchte.

„Die Kinder wurden schon zu oft vergessen“
„Alles eine Frechheit. Ich lasse mich sowieso nicht impfen, weil ich Corona trotzdem bekommen und weitergeben kann“, so ein Halleiner gereizt nach seinem Wochenendeinkauf zur „Krone“. Genau das Gegenteil sehen die Pensionisten Erika und Johann Hager: „Wir verstehen nicht, dass sich jemand nicht impft. Auch schon früher, etwa bei der Kinderlähmung, waren wir über eine Impfung nur froh.“ Ähnlich sehen es Claudia und Harald Reiter aus Puch. „Wir hoffen auch noch, dass es eine schnelle Lösung für die Kinder gibt und die Schulen offen bleiben. Die Kinder wurden zu oft schon vergessen.“

Die neuen Maßnahmen überzeugen nicht wirklich
Christine Gsenger aus Abtenau will sich erst impfen lassen, wenn es ohne den Stich gar nicht mehr geht. „Für die Sicherheit sollten sich aber auch Geimpfte testen lassen“, ist sie überzeugt.

Vor dem Europark treffen wir eine Gruppe Jugendlicher, die mit ihrem Kaffee die Sonnenstrahlen genießen und angeregt plaudern. Die neuen Regeln? „Wir sind geimpft, also betrifft es uns nicht“, sind sich Michelle und Jazmin einig. „Gut finden wir sie dennoch nicht, weil einen hundertprozentigen Schutz gibt es ja auch mit der Impfung nicht.“

Felix Roittner
Felix Roittner
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