13.10.2021 20:00 |

Corona-Herkunftssuche

Für Drosten winkt ein neuer Job bei der WHO

Seine Expertise in der Corona-Pandemie verschafft dem deutschen Wissenschaftler Christian Drosten nun auch ein berufliches Sprungbrett. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den Top-Virologen nun für einen neu geschaffenen Beirat vorgeschlagen, der Richtlinien zur Erforschung zum Ursprung von Pandemien erarbeiten soll. So möchte man auch an mehr Informationen zur genauen Herkunft des Coronavirus SARS-CoV-2 gelangen.

Das neu geschaffene Konsortium soll zudem Untersuchungen beaufsichtigen, wie die WHO in Genf am Mittwoch bekannt gab. Insgesamt 26 Forscherinnen und Forscher aus zahlreichen Ländern wurden dabei von der Organisation nominiert. Darunter etwa Experten aus China, Russland, die USA, Sudan, Saudi-Arabien und Kambodscha.

Politische Überlegungen hätten bei der Auswahl keine Rolle gespielt, wie WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan betonte. Die Mitgliedsländer hätten nun bis Ende Oktober Zeit, sich zur Liste zu äußern.

Corona-Ursprung noch nicht restlos geklärt
Der Beirat ist eine unmittelbare Reaktion auf die von China lange verschleppte internationale Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus. Das Virus tauchte Ende 2019 erstmals in Wuhan in China auf. Die von der WHO vorgeschlagenen ausländischen Experten durften erst mehr als zwölf Monate später, Anfang dieses Jahres, nach China reisen.

Eine weitere Untersuchung vor Ort will China nicht zulassen. Die US-Regierung wirft China vor, den Experten Informationen vorenthalten zu haben. Peking wirft den USA und anderen Ländern dagegen vor, die Pandemie und die Suche nach dem Ursprung für politische Attacken zu missbrauchen.

Corona bleibt wohl kein Einzelfall
Die WHO hofft, dass solche Untersuchungen künftig über den Beirat vorbereitet werden und dann ohne politische Auseinandersetzungen zwischen Regierungen über die Bühne gehen können. „Es liegt in der Natur der Dinge, dass neue Viren mit dem Potenzial, Epidemien oder Pandemien auszulösen, auftauchen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Das Virus SARS-CoV-2 werde nicht das letzte sein. „Zu verstehen, wo neue Pathogene herkommen, ist die Voraussetzung dafür, künftige Ausbrüche mit epidemischem oder pandemischem Potenzial zu verhindern.“

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