13.09.2021 11:31 |

Aus bei Adventsingen

Keine Impfung: Schwangere Maria darf nicht singen

Seit 2008 steht Simone Vierlinger auf der Bühne des Salzburger Adventsingens im Festspielhaus. Heuer ist es damit vorbei: Die Sängerin und Darstellerin der Maria erwartet ihr viertes Kind und lässt sich daher nicht gegen das Coronavirus impfen. Für den Veranstalter ist diese jedoch Voraussetzung für ein Engagement. 

Eine Impfung kommt für die baldige Vierfach-Mama nicht infrage: „Da kann ich nicht mitspielen. Für Schwangere sind die Corona-Vakzine nicht einmal zugelassen“, sagt Vierlinger. Und: „Meine Impf-Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen: Die Botschaft von Weihnachten wiegt dieses Jahr mehr denn je, überall sehnen sich die Menschen nach Geborgenheit; dieses Publikum wird mir fehlen. Gleichzeitig bin ich verantwortlich für das Kind im Bauch, die Impfstoffe bieten keine gesicherten Langzeitdaten.“

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Meine Impf-Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen.

Simone Vierlinger

PCR-Test genügt nicht
Vierlinger habe dem Veranstalter - dem Salzburger Heimatwerk - angeboten, regelmäßig PCR-Tests zu machen. Das genügte aber nicht: Auf der Website des Adventsingens scheint ihr Name nicht mehr auf. Das Heimatwerk spricht von einer notwendigen „Vorsichtsmaßnahme“.

Der Leiter der jedes Jahr vom Heimatwerk ausgerichteten Veranstaltung rund um die Herbergssuche von Josef und Maria, Hans Köhl, beharrt aus mehreren Gründen auf eine Impfung: „Alle, die vokal auf der Bühne tätig sind, müssen geimpft oder genesen sein. Es geht auch um den Schutz für Frau Vierlinger selbst, für ihr ungeborenes Kind, für ihr Publikum. Ich will nicht die Verantwortung dafür tragen, dass sie sich infiziert.“

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Es geht auch um den Schutz für Frau Vierlinger selbst, für ihr ungeborenes Kind, für ihr Publikum.

Hans Köhl vom Salzburger Heimatwerk

Verwundert zeigte er sich über ihre Kritik in der Aussendung und darüber, dass sie behauptet, gefeuert worden zu sein. „Für heuer gab es noch keinen Vertrag mit ihr. Diese werden immer nur auf ein Jahr abgeschlossen.“

Das Nationale Impfgremium in Österreich empfiehlt ausdrücklich die Corona-Impfung für Schwangere. Dabei seien aufgrund der vorliegenden Daten mRNA-Impfstoffe zu bevorzugen. Die Immunisierung ist aktuell aber nur im sogenannten Off-Label-Use möglich, das heißt, dass der Impfstoff nach entsprechender Aufklärung, aber ohne Zulassung und unter Eigenverantwortung verabreicht werden darf.

 Salzburg-Krone
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