Unwetter in Tirol

Feuerwehrmann mit bloßen Händen aus Mure befreit

Tirol
17.08.2021 07:39

Heftige Unwetter teils mit Hagel gingen auch am Montag in weiten Teilen Tirols nieder. Vermurungen und Überflutungen waren die Folge. Sonntagabend passierte bei Aufräumarbeiten in Nassereith (Bezirk Imst) ein dramatischer Zwischenfall: Ein Feuerwehrmann wurde komplett von einer Mure verschüttet. Der 34-Jährige konnte gerettet werden. Alles in allem gab es in Tirol Hunderte Einsätze.

Schon am Samstag hatte es in Nassereith Schäden nach einem Murenabgang gegeben. Für Aufräumarbeiten durch einen Bagger wollte die Feuerwehr Nassereith dann am Sonntag gegen 21 Uhr eine Beleuchtung aufstellen. Dabei ereignete sich der unfassbare Zwischenfall.

„Plötzlich Geräusche im Wald“
„Wir befanden uns zu sechst vor Ort und vernahmen schlagartig Geräusche im Wald. Bäume knickten, ein Schwall an Murenmaterial bewegte sich plötzlich talwärts“, schildert Jürgen Ruepp, Kommandant der FFW Nassereith. „Der Kamerad wollte flüchten und über ein Bachbett springen. Doch die Mure holte ihn ein, drückte ihn ins Bachbett. Er war komplett begraben.“

Haarbüschel ragten aus Schlamm
Ein weiterer Feuerwehrmann hatte sich den Bereich der Verschüttung gut eingeprägt und entdeckte kurz darauf das Opfer an Haarbüscheln, die aus dem Schlamm herausragten. „Er war wie einbetoniert, zum Glück lockerte ein Wasserschwall das Material gleich etwas auf“, erklärt Ruepp.

Beim Ausleuchten für Aufräumarbeiten begruben die Schlammassen den 34-Jährigen. (Bild: FF Nassereith)
Beim Ausleuchten für Aufräumarbeiten begruben die Schlammassen den 34-Jährigen.

„Durch Wippen sowie Hin- und Herbewegungen gelang es uns, den Kameraden so weit zu befreien, dass wir ihn – unter seiner Mithilfe – schließlich aus dem Schlamm ziehen konnten. Er war ansprechbar und äußerlich unversehrt.“ Die Rettung brachte den Nassereither ins Krankenhaus Zams. „Von seiner Familie haben wir noch am Abend positive Informationen zum Gesundheitszustand bekommen.“

Tirolweit fast 300 Einsätze
Über Wenns im vorderen Pitztal ging Sonntagabend ein Unwetter mit Starkregen und Hagel nieder. Die örtlichen Feuerwehren zählten zwölf Einsätze. Bäche traten über die Ufer, es kam zu Vermurungen.

Auch Montagnachmittag und am Abend hatten Feuerwehren in mehreren Regionen alle Hände voll zu tun. Der Schwerpunkt lag im Bezirk Innsbruck-Land, Landeck, Paznauntal, aber auch im Zillertal. Die Fernpassstraße war kurzzeitig wegen einer Mure für den Verkehr gesperrt.

„Seit Montagnachmittag, 15 Uhr, kam es aufgrund der Unwetter zu insgesamt 273 Einsätzen in Tirol, zu denen 97 Feuerwehren alarmiert wurden“, hieß es Dienstagfrüh vonseiten des Landes-Feuerwehrverbandes. Dabei seien mehrere Verkehrswege von leichten bis mittleren Vermurungen, umgestürzten Bäumen oder Überflutungen betroffen gewesen.

Durch Verklausungen traten einige Bäche über ihre Ufer. Teilweise mussten auch Straßensperren eingerichtet werden. Zahlreiche Keller, Tiefgaragen und einige Unterführungen standen ebenfalls unter Wasser. Im Zillertal gerieten durch einen Blitzschlag zwei Wochenendhäuser in Brand.

Laut Wetterdienst UBIMET ist die Unwettergefahr ab Dienstag vorerst gebannt.

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