Der junge Mann war bereitwillig zum Bundesheer gegangen. Und er hatte auch nicht über seine Präsenzzeit geschimpft, obwohl der zugewiesene Dienst alles andere als spannend gewesen war. Doch es dauerte ja nur sechs Monate.
Nach der Bundesheer-Zeit machte der Kärntner dann im Rekordtempo seinen Weg in die internationalen Lüfte; Flugschein, Berufspilotenausbildung, Typenschulungen auf Passagiermaschinen. Schließlich kam das erste Jobangebot aus dem europäischen Ausland. Alles passte, nur verlangten die zukünftigen Arbeitgeber noch eine kurze Bestätigung des geleisteten Präsenzdienstes; einfach per E-Mail, aber natürlich auf Englisch.
Die E-Mail ging an das Landeskommando, von dort weiter ins Ministerium, und wanderte irgendwann in irgendeinen virtuellen Papierkorb. Der Arbeitgeber urgierte – wieder nichts. Da ging der junge Mann schließlich selbst fragen. Und scheiterte ebenso. Er habe schließlich sein Wehrdienstbuch, und das müsse doch genügen. So musste schließlich eine amtlich beglaubigte Übersetzung eben dieses Büchleins in Auftrag gegeben werden; obwohl der internationalen Airline eine simple E-Mail völlig gereicht hätte...
"Das gibt’s ja alles nicht. Da haben wir angeblich ein modernes Heer, das sich auch auf Auslandseinsätzen bewährt, und dann macht man dort auf super-bürokratisch und gibt vor, nicht einmal eine einfache E-Mail schreiben zu können oder zu dürfen", ärgert sich der junge Mann.
"So verliert das Heer immer mehr Sympathien", ist auch der Vater des Piloten sauer. Würde die Wehrpflicht fallen, würde man sich wohl ganz anders benehmen; dann müsste man sich um die Soldaten bemühen und Serviceleistungen bieten.
von Hannes Mößlacher, "Kärntner Krone"









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