02.03.2011 12:24 |

Neeson & Kruger

Hochspannung und Action an der Spree: "Unknown Identity"

Diane Kruger ist die geheimnisvolle Protagonistin des fast zur Gänze in Berlin gedrehten Verschwörungsthrillers "Unknown Identity" (Kinostart: 3. März), in dem Liam Neeson in der Rolle eines Wissenschaftlers seiner Identität beraubt wird. Spektakuläre Action an der Spree!

Allet keen Problem - alles kein Problem, so der saloppe Berliner Spruch, wenn es um die drehbuchgerechte Realisierung atemberaubender Filmszenen im Hollywoodformat geht. Gerade in den letzten Jahren erlebt die Filmstadt Berlin einen regelrechten Boom, was nicht zuletzt an den exzellenten Arbeitsbedingungen des Studios Babelsberg - das ehemalige UFA-Studio - liegt, wohl aber auch an der architektonischen Vielseitigkeit der Metropole selbst. Berlin zeigt kreativen Filmemachern die unterschiedlichsten Gesichter, gibt sich nostalgisch oder cool und wird gerade von internationalen Stars als besonders inspirierender Drehort in Europa empfunden.

Brad Pitt, Tom Cruise, Kate Winslet, Matt Damon sowie aktuell Liam Neeson und Diane Kruger schätzen das Flair dieser wachen Stadt, die Historie und Modernität gleichermaßen atmet. So fanden etwa die Top-Produktionen "Die Bourne Verschwörung", "Das Leben der Anderen", "Operation Walküre", "The International", "The Ghostwriter" oder "Inglourious Basterds" - um nur einige zu nennen - hier das geeignete filmische Passepartout.

Diane Kruger als Taxifahrerin
Auch "Unknown Identity", exquisit besetzter Abschlussfilm der diesjährigen Berlinale, der nun in unsere Kinos kommt, huldigt der Filmstadt an den unterschiedlichsten Plätzen. Ein Wahnsinns-Stunt peitscht gleich zu Beginn den Adrenalinspiegel hoch: Mit hoher Geschwindigkeit durchbricht ein schlingerndes Taxi die Oberbaumbrücke, die die beiden Berliner Stadtteile Kreuzberg und Friedrichshain verbindet, wird durch die Luft katapultiert und versinkt in der eisigen Spree. An Bord des verunfallten Wagens: Diane Kruger, die Gina, eine Taxifahrerin, spielt, und Liam Neeson ("Schindlers Liste"), für den nach diesem Aufprall nichts mehr so sein wird, wie es war...

Denn als Dr. Martin Harris, Professor für bahnbrechende Biotechnik, der mit seiner Gattin - "Mad Men"-Star January Jones - eines Kongresses wegen nach Berlin gekommen ist, nach Tagen aus dem Koma erwacht, hat ein anderer seine Identität und den Platz an der Seite seiner Frau eingenommen. Ja, selbst Bilder von der Hochzeitsreise nach Paris vermag der falsche Dr. Harris vorzuweisen und die Website der Universität, an der Harris gearbeitet hat, zeigt das Foto des anderen Mannes. Seines Ichs beraubt und gehetzt von einem Killer, beginnt der traumatisierte Gelehrte ein surreales Lügen-Puzzle zu hinterfragen.

"Frantic" lässt grüßen
Wie ist das, wenn dein Selbstbild plötzlich nicht nur feine Haarrisse, sondern Canyon-tiefe Ungereimtheiten aufweist und niemand dir glaubt? Sowohl Roman Polanski in "Frantic" als auch Altmeister Hitchcock himself wussten das zutiefst beängstigende Thema des absoluten Ausgeliefertseins virtuos zu variieren, was nun auch Regisseur Jaume Collet-Serra ("Orphan - Das Waisenkind"), ein Katalane, hochgradig spannend umsetzt. In weiteren Rollen glänzen ein großartiger Bruno Ganz als investigativer ehemaliger Stasi-Offizier, Karl Markovics als Arzt und Sebastian Koch als undurchsichtiger Kongress-Organisator.

Auch Diane Kruger schnuppert gern Berliner Luft. Die aus der Nähe von Hildesheim gebürtige Deutsche vereint kessen Fräuleinwundercharme und Pariser Eleganz, ist doch die Stadt an der Seine ihre neue Wahlheimat. Kruger: "In 'Unknown Identity' geht es konkret um den Verlust von Identität. Auch Berlin hat als Stadt seine ganz eigene Identitätskrise durchgemacht, es ist kriegsversehrt, es wurde geteilt, dann wieder vereinigt - und somit ideale Kulisse für einen Verschwörungsthriller! Zudem ist Berlin eine unheimlich wache, avantgardistische Stadt. Und genau das spüren auch Regisseure und Schauspieler."

Kruger liebt Kreuzberg und Sauerkraut
Im Film wird sie zur Verbündeten jenes Mannes, dessen Existenz von einem anderen überschrieben worden zu sein scheint. Ihre Lieblingsecke in Berlin? Kruger: "Eindeutig Kreuzberg. Schon während der Dreharbeiten zu 'Inglourious Basterds' habe ich hier eine kleine Wohnung angemietet. Mich erinnert dieser Stadtteil an das Marais-Viertel in Paris!" Sie vergöttert Romy Schneider und isst für ihr Leben gern Sauerkraut. Ihre Lieblingsbeschäftigung? Kruger: "Gute Drehbücher lesen - und bügeln. Manchmal auch beides gleichzeitig!"

Wenn sich am Ende zu nächtlicher Stunde die Präsidentensuite des Nobelhotels Adlon in einen rotglühenden Feuerball verwandelt und man geschockt um das traditionsreiche Haus mit dem gediegen-extravaganten Flair direkt am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor bangt - nur keine Panik: Die Luxuskemenate wurde im Studio Babelsberg in der altehrwürdigen Marlene-Dietrich-Halle, 1926 extra für "Metropolis" errichtet, 1:1 nachgebaut - und dann erst in Schutt und Asche gelegt. Wie sagen doch die - filmverrückten - Berliner? Allet keen Problem!

von Christina Krisch, Kronen Zeitung

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