Kein Rennen im März

Formel-1-GP in Bahrain wegen Unruhen abgesagt

Sport
21.02.2011 18:35
Wegen der Unruhen mit mehreren Toten haben die Veranstalter am Montag den für 13. März in Bahrain geplanten WM-Auftakt in der Formel 1 abgesagt. Das erste Saisonrennen wird damit erst am 27. März in Melbourne über die Bühne gehen.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte die Entscheidung über die Austragung des Rennens der Regierung von Bahrain überlassen. Am Montag informierte ihn Kronprinz Scheich Salman bin Hamad Al Khalifa über die Absage. "Im Moment gilt die gesamte Aufmerksamkeit des Landes dem Aufbau eines neuen, nationalen Dialoges für Bahrain", erklärte der Kronprinz in einer Stellungnahme.

Scheich Salman fungiert neben seiner Rolle als Thronfolger auch als Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Bis Montagabend waren bei Zusammenstößen von Regimekritikern mit der Armee sieben Menschen getötet worden. Das Insel-Königreich wird von einer sunnitischen Familie regiert, rund zwei Drittel der Bevölkerung sind aber Schiiten.

Ecclestone: "Es ist traurig"
In den vergangenen Tagen war bereits von mehreren Seiten eine Absage gefordert worden. In Belgien hatten die Verantwortlichen 1985 kurz vor dem Grand Prix in Spa-Francorchamps die Reißleine gezogen, weil der frisch verlegte Asphalt aufgebrochen war. Aus politischen Gründen war aber noch kein Rennen abgesagt oder verlegt worden. "Es ist traurig, dass Bahrain das Rennen nicht ausrichten kann", erklärte Ecclestone. "Wir hoffen aber, bald wieder in Bahrain zu sein."

Das Rennen könnte im November nachgeholt werden - eingebettet zwischen die Grand-Prix-Premiere in Indien (30. Oktober) und das vorletzte Saisonrennen in Abu Dhabi (13. November). Das wäre für die Teams, die ihre Fracht rechtzeitig verschiffen müssen, logistisch machbar. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die Lage in Bahrain beruhigt. Das WM-Finale soll zudem auf jeden Fall am 27. November in Brasilien über die Bühne gehen.

Seit 2004 Rennen in Bahrain
Die Formel 1 hatte erstmals 2004 in der Wüste von Bahrain Station gemacht. Noch im Vorjahr war dort die WM eröffnet worden. Ecclestone erhält von den Scheichs kolportierte 35 Millionen US-Dollar (25,6 Millionen Euro) dafür, dass sie den Grand Prix veranstalten dürfen. "Wir haben aber das Gefühl, dass es wichtig für das Land ist, sich auf die unmittelbaren Angelegenheiten von nationalem Interesse zu konzentrieren. Daher überlassen wir die Ausrichtung des Formel-1-Rennens von Bahrain einem späteren Zeitpunkt", erklärte Scheich Salman.

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(Bild: KMM)



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