„Ich hatte sicher 200 harte Kämpfe“, sagt Stewart. Und damit schlägt er unsere harten Hunde um Welten! „Ich hab acht Jahre in der AHL gespielt, da gibt es totale Schlachten. Vor allem in der Vorbereitung.“ Da packte er bis zu 20-mal die Fäuste aus, „jeder will zeigen, da bin ich!“ Auch heute noch schaut er sich fast täglich unter hockey.com die wildesten Fights der NHL an, „das ist Unterhaltung.“
Nur Sperren gibt es in Übersee für Fights normal nie, „ich musste in Amerika höchstens dreimal zusehen.“ Einmal reiste sein Papa, der Farmer war, von Calgary 5.000 Kilometer zu einem Spiel seines Sohnes in Cincinnati an. „Schon nach 10 Minuten ging’s dort wild rund, ich kassierte eine Spieldauerdiszi. Lange hat er mich nicht gesehen.“
Noch schlimmer war es in Villach. „Er kam mich im ersten Jahr für eine Woche besuchen, flog 14.000 Kilometer an. Da waren drei Partien.“ Im ersten Spiel verprügelte das VSV-Raubein nach ahct Minuten einen Linzer – Matchstrafe und eine Sperre für zwei Partien! Ein noch längerer Weg für nichts...
2.322 Strafminuten kassiert
Iron-Mike kassierte unfassbare 2.322 Strafminuten, auch gegen KAC lieferte er sich im Jahr 2002 mit Daniel Welser eine legendäre Prügelei. Welser war erst 19, Stewart (der von Farbigen boxen gelernt hatte) drosch eineinhalb Minuten unentwegt auf das harte Visier des Youngsters ein. Mike blutete an den Händen, „sie waren fast faschiert, ich konnte danach nicht einmal Schweinsbraten essen.“
So hart Mike auf dem Eis war, so nett ist er abseits davon. Seine zwei Töchter und der Sohn spielen Eishockey und Fußball, Stewart ist der bravste Daddy, den es gibt.
Er und seine Frau sprechen perfekt Deutsch. „Das ist ein Zeichen des Respekts.“ Tausende Kanadier kommen hierher als Legionäre, nur eine Handvoll bleiben für immer in Österreich, wohl auch Mike. „Ich hab' neun Jahre in Villach gespielt, fühl mich wohl hier. Bei einem Kanada-Urlaub hat mein Sohn gefragt, wann wir denn endlich wieder heimfahren. Und damit meinte er Villach. Gut so.“
Weil VSV am Trainersektor in der Vorwoche ein „Tornado“ überfuhr, stieg er schon im ersten Jahr vom Assistenten zum Head-Coach auf. Die Play-off naht, daheim muss es besser laufen. VSV kämpft um Platz vier, tritt in den letzten vier Runden dreimal zu Hause an. Der Ex-Verteidiger setzt auf gute Defensivarbeit, heute zählt nur ein Sieg. In den letzten zwei Derbys vergab VSV Chancen für fünf Siege, damit ist Schluss.
Der KAC gewann an der Drau dreimal en suite, beim letzten VSV-Heimsieg am 8. Dezember 2009 war Stewart noch Kapitän am Eis. Die Rotjacken sind fix Erster, das Spiel ist an sich egal. Brandner, Spurgeon, Schuller, Shantz sind out, mit Herburger bleibt nur noch ein gelernter Center. Swette steht im Tor, auch die jungen Holzer, Moser spielen. „Wir nehmen das Match aber trotzdem sehr ernst“, schwört Coach Viveiros.
Stewart will länger Coach bleiben
VSV hat schwierige Charaktere, aber viele Trümpfe. Stewart: „Ich muss das Fundament schaffen.“ Er will länger Coach bleiben. Auch von Mike Grabners tollem NHL-Aufstieg ist er angetan. „Im Sommer ist er immer bei uns. Er hat die Chance genutzt, schießt heuer 30 Tore. Er geht wohl von den NY Islanders weg. Ich glaub, er signiert einen neuen 3-Jahres-Vertrag, der ihm pro Saison vier Millionen Dollar sichert.“
von Christian Tragner, Kärnter Krone
Wer ist dein Eishockeyspieler der Saison? Stimm ab in der Infobox und triff deinen Liebling zum Abendessen!









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.