Bisher ist die Regierung in Sachen Schulreform nicht auf viele gemeinsame Nenner gekommen, so wurde etwa der Streit um die Zuständigkeit für die Lehrer wegen absoluter Uneinigkeit ohne Ergebnis ad acta gelegt, die unterschiedlichen Positionen zur Gesamtschule erweisen sich immer wieder als großes Hindernis.
Schmied wagte am Mittwoch jedoch einen erneuten Vorstoß (siehe Infobox). "An der Einführung eines Kurssystems führt kein Weg vorbei", betonte die Unterrichtsministerin, nachdem sie die österreichweite Umstellung der Hauptschulen auf Neue Mittelschulen bis zum Jahr 2016 angekündigt hatte (dazu gibt es von der ÖVP allerdings noch keine Stellungnahme).
Karl signalisiert Zustimmung
Beim Thema Sitzenbleiben pflichtet ÖVP-"Spiegelministerin" Karl der Ressortchefin jedoch bei: "Wir stehen diesem Vorstoß positiv gegenüber. Auch im ÖVP-Bildungskonzept ist klar das Ziel definiert, dass Sitzenbleiben nur noch das letzte Mittel sein soll und es entsprechende Fördermaßnahmen und ein Modulsystem braucht", so Karl gegenüber der "Krone".
Schmied sieht damit einen Konsens mit der ÖVP. Der Koalitionspartner sei in dieser Frage "an Bord", sagte Schmied im ORF in der Nacht auf Freitag. "Ich gehe davon aus, dass wir das gemeinsam machen. Das nehmen wir uns vor", verwies die Ministerin auf Gespräche mit Karl.
Stufenweise soll nun an den 800 betroffenen Standorten mit der Umstellung auf ein Kurssystem begonnen werden – geht es nach Schmied, startet das Vorhaben bereits im Herbst 2012 und betrifft zumindest die sogenannten Hauptfächer wie Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und womöglich auch schultypische Schlüsselfächer in den BMS und BHS. Für die Schüler bedeutet das am Ende: Prangt im Zeugnis ein "Nicht genügend", muss nicht mehr die ganze Klasse, sondern nur noch das eine Fach wiederholt werden.
Volksbegehren: Eintragung erst im September
Übrigens: Auch im Bildungsvolksbegehren von Ex-Finanzminister Hannes Androsch ist die Abschaffung der Ehrenrunde als eine von zwölf Forderungen vermerkt. Und apropos Volksbegehren: Die Eintragungswoche wird nun auf September verschoben – oder "zeitoptimiert", wie es von den Initiatoren heißt. Der bisher favorisierte Juni habe zu viele Feiertage, so Hannes Androsch. Ab 28. Februar liegen die Unterstützungserklärungen in den Gemeindeämtern auf, bis 1. Juli können diese unterschrieben werden.









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