Wetterkapriolen

Unwetter als Warnsignal für die Zukunft

Vorarlberg
18.07.2021 17:55

Im Vergleich zu anderen Regionen Österreichs und Europas ist Vorarlberg bei den jüngsten Unwettern relativ glimpflich davongekommen. Landeshauptmann Markus Wallner versteht die Wetterkapriolen dennoch als Warnung und drängt auf eine rasche Umsetzung des Hochwasserschutzprojektes Rhesi.

Zwar hatten in der Nacht auf Freitag insbesondere die Feuerwehren im Bregenzerwald viel zu tun, danach blieb es aber verhältnismäßig ruhig. Mit einer Ausnahme: Aufgrund von Verklausungen ist in der Nacht auf Sonntag in Dornbirn der Gechelbach über die Ufer getreten, eine ganze Häuserzeile wurde überschwemmt - darunter auch die Talstation der Karrenseilbahn und die Fachhochschule. Die Feuerwehren hatten in der Folge zahlreiche Tiefgaragen und Keller auszupumpen.

Noch lässt sich die Schadenshöhe nicht ermessen, es dürften aber etliche Autos in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Trotz der zu erwartenden Wetterbesserung und sinkender Pegelstände bleibt die Lage kritisch. Für den Bodensee gilt weiterhin die Vorwarnstufe, erst die kommenden Wochen werden entscheiden, ob endgültig Entwarnung gegeben werden kann.

Rhesi: LH Markus Wallner mahnt zur Eile
Man mag sich gar nicht ausdenken, was passieren hätte können, wären auch über Graubünden, also dem Quellgebiet des Alpenrheins, ähnliche Niederschlagsmengen wie im Norden Vorarlbergs niedergeprasselt. Landeshauptmann Markus Wallner will die Unwetterereignisse dennoch als Warnung verstanden wissen: „In den letzten Tagen hat man eindrucksvoll gesehen, wie wichtig ein umfassender Hochwasserschutz ist.“ Aufgrund des enormen Gefahrenpotenzials müsse gerade die Hochwassersicherheit am Rhein höchste Priorität haben.

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Der Vertrag zu Rhesi liegt derzeit in Wien. Bei einem positiven Beschluss könnten das Projekt eingereicht und die Verfahren gestartet werden.

Landeshauptmann Markus Wallner

Wallner drängt deshalb auf einen raschen Ministerratsbeschluss, damit endlich die offiziellen Staatsvertragsverhandlungen zwischen Österreich und der Schweiz bezüglich des Hochwasserschutzprojekts Rhesi aufgenommen werden können: „Der Vertrag dazu liegt derzeit in Wien. Bei einem positiven Beschluss könnten das Projekt eingereicht und die Verfahren gestartet werden. Das wäre ein wichtiger Meilenstein.“ Ziel des Jahrhundertprojekts ist, die Abflusskapazität des Alpenrheins von der Illmündung bei Feldkirch bis zum Bodensee auf 4300 Kubikmeter pro Sekunde auszubauen. Zudem soll der Fluss mehr Platz erhalten, was auch für die Ökologie positive Folgen hätte.

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