250-Kilo-Relikt

Fliegerbombe am Hauptbahnhof-Gelände entdeckt

Wien
15.02.2011 14:53
Am Dienstagvormittag sind Einsatzkräfte zu einem heiklen Einsatz auf die Baustelle am Gelände des künftigen Wiener Hauptbahnhofes gerufen worden. Eine private Munitionsbergefirma hatte eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aufgespürt. Das Gelände musste evakuiert werden. Spezialisten des Entminungsdienstes entschärften das Kriegsrelikt und tranportierten das explosive Objekt ab.

Es ist kein Job für Männer mit schwachen Nerven und dennoch Alltag zwischen Bodensee und Neusiedler See. Jährlich müssen die Experten des BMI (Bundesministerium für Inneres) an die 1.500 Kriegsrelikte, von Artilleriemunition bis hin zur Bombe, unschädlich machen. "Ein Ende ist nicht abzusehen. Wir werden noch Jahrzehnte die explosiven Relikte entschärfen müssen", so Willibald Berenda, Leiter des Entminungsdienstes.

Fünf Prozent waren Blindgänger
Die meisten Bomben fielen seinerzeit auf Wien (ca. 100.000 Stück), gefolgt von Wiener Neustadt (ca. 55.000 Stück) und Villach (ca. 42.500 Stück). Vom 13. August 1943 bis Kriegsende wurden 120.000 Tonnen Spreng- und Brandbomben abgeworfen. Rund fünf Prozent endeten als Blindgänger und sind nicht explodiert.

von Florian Hitz, Kronen Zeitung

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