"Ob der Einbau von DNA des menschlichen Wirtes den Gonokokken einen Vorteil gebracht hat, wissen wir noch nicht", sagte Hank Seifert von der Northwestern University in Chicago. Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae, Bild) gehören zu den wenigen Arten bakterieller Krankheitserreger, die für ihre Vermehrung ausschließlich auf den Menschen angewiesen sind. Sie werden durch Sexualkontakt übertragen und verursachen die Gonorrhö, auch Tripper genannt.
Die Tatsache, dass das Bakterium genetisches Material seines Wirts übernommen hat, könnte vielleicht für die Anpassung an das Überleben im menschlichen Organismus von Bedeutung sein, so der Mikrobiologe und Immunologe. Es handelt sich dabei um ein so genanntes "Long Interspersed Nuclear Element" (LINE), eine wenige Tausend Basenpaare lange, als Transposon bezeichnete DNA-Sequenz.
Weil bei den genetisch eng verwandten Meningokokken (Neisseria meningitidis) die menschliche DNA nicht nachweisbar ist, schließen die Biologen, dass der Einbau des genetischen Materials ein in evolutionärem Zeitmaßstab noch nicht lange zurückliegendes Ereignis gewesen sein muss. "Der nächste Schritt ist herauszufinden, was dieses DNA-Stück bewirkt", sagte Seifert.











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