Kurz aufgewacht

Kubica hat schon mit Verwandten sprechen können

Sport
07.02.2011 15:10
Robert Kubica ist am Montag nach einem kurzen Aufwachen aus dem künstlichen Koma für mindestens 24 Stunden wieder ruhiggestellt worden. "Roberts genereller Zustand ist viel besser", teilte Lotus Renault, der Rennstall des 26-Jährigen mit. Der Pole hat sogar kurz mit seinen Verwandten sprechen und seine Finger bewegen können. Chirurg Mario Igor Rossello vom Santa-Corona-Spital in Pietra Ligure hat keine Schwellung oder Infektion am rechten Unterarm von Kubica ausmachen können. "Das ist ein weiteres gutes Zeichen", betonte Lotus Renault.

Allerdings dauere es noch einige Tage, bis man wisse, ob der siebenstündige Eingriff mit insgesamt sieben Ärzten zu 100 Prozent erfolgreich war. Kubica werde zur Vermeidung von physischem Stress unter leichte Medikation gestellt, sodass er mindestens 24 Stunden schlafe. In der Zwischenzeit wollen die Mediziner entscheiden, wie sie die Ellbogen- und Schulterfrakturen des 26-jährigen Polen behandeln.

Doktor Rosello schloss aber weitere Eingriffe nicht aus und erklärte, es könne ein Jahr dauern, bis die Funktionsfähigkeit der Hand wieder hergestellt sei. Ob Kubica jemals in die Formel 1 zurückkehren kann, ist ungewiss. Die neue Saison beginnt am 13. März in Bahrain.

In der Infobox findest du weitere Bilder von der Unfallstelle!

Unfallauto beschlagnahmt
Kubica hatte schon in der Vergangenheit als Hobby-Pilot an mehreren Rallyes teilgenommen. Am Sonntag war er bei der "Ronde di Andora" am Steuer eines Skoda Fabia 2000 in der Gemeinde San Lorenzo auf nassem Asphalt ins Schleudern geraten und gegen eine Leitplanke gekracht. Diese bohrte sich in das Auto. Der Wagen schleuderte anschließend weiter und prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen die Mauer einer Kirche. Die Rallye mit 115 Fahrern wurde sofort unterbrochen. Die Polizei beschlagnahmte wie in solchen Fällen üblich das Auto, um es zu untersuchen.

Co-Pilot blieb unverletzt
Während sein Co-Pilot Jakub Gerber unverletzt aus dem Auto stieg, erlitt Kubica schwere Verletzungen, unter anderem zahlreiche Brüche am rechten Arm, am Bein und an der Hand. Er soll sich auch innere Verletzungen zugezogen haben. Rettungskräfte mussten den Polen aus dem Auto schneiden. Anschließend wurde er mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Pietra Ligure gebracht.

Noch am vergangenen Donnerstag hatte Kubica in Valencia zum Abschluss der ersten Formel-1-Testfahrten des Jahres die Bestzeit gefahren. Er und Lotus Renault galten als Geheimtipp für die kommende Weltmeisterschaft. Die nächsten Tests sind vom Donnerstag an in Jerez vorgesehen.

Böser Crash anno 2007
In der Königsklasse des Motorsports, in der Kubica am 6. August 2006 in Ungarn als erster Pole debütierte, hatte er im Jahr 2007 einen der spektakulärsten Crashs der F1-Geschichte nahezu unverletzt überlebt: Beim Großen Preis von Kanada prallte er mit rund 280 km/h gegen eine Mauer, nachdem sein Bolide nach einer Kollision mit dem Toyota des Italieners Jarno Trulli ausgehebelt worden war. Damals kam der Pole wie durch ein Wunder mit Prellungen, einer Gehirnerschütterung und einem verstauchten Fuß davon. Ein Jahr später holte der Krakauer an gleicher Stätte seinen ersten und bisher einzigen Grand-Prix-Sieg.

Wer ihn bei Lotus Renault vorerst ersetzt, ist noch offen. Als Ersatzfahrer stehen der Franzose Romain Grosjean und der Brasilianer Bruno Senna zur Verfügung. Stammpilot neben Kubica ist der Russe Witali Petrow.

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(Bild: KMM)



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