Ortschef „entsetzt“

Sexfoto-Erpressung in OÖ: SP-Stadtrat tritt zurück

Bei jenem SPÖ-Politiker aus Oberösterreich, der im Internet mehrere Personen mit pornografischen Aufnahmen erpresst haben soll, handelt es sich um den für Jugend und Freizeit zuständigen Stadtrat von Traun, wie seitens des Bürgermeisters, Rudolf Scharinger, am Samstagabend bekannt gegeben wurde. Der Parteikollege habe „mit sofortiger Wirkung all seine politischen Funktionen zurückgelegt. Gleichzeitig hat er auch seinen Austritt aus der SPÖ bekannt gegeben“, teilte der Stadtchef mit. SPÖ-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer zeigt sich in einer ersten Reaktion ebenfalls „schockiert“.

Trauns Bürgermeister reagierte mit Entsetzen und tiefer Betroffenheit: Der komplette Rückzug des Stadtrats aus der Politik sei „der einzig logische Schritt“, so Scharinger. „Ich bin über seine Handlungen absolut entsetzt und zugleich bestürzt. Er steht damit nicht nur vor den Scherben seiner Existenz, sondern auch seine durchaus erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre ist zerstört.“ Der Beschuldigte habe ihn nach Bekanntwerden der Anschuldigungen kontaktiert und sogleich seinen Rücktritt erklärt. Er übernehme die volle Verantwortung für sein Handeln und bedaure zutiefst den Schaden und das Leid, dass er damit angerichtet habe. „Er hat sich auch mir gegenüber aufrichtig entschuldigt“, so der Trauner Bürgermeister weiter.

„Internet-Erpressung, das ist unstrittig“
Brockmeyer habe in der Nacht auf Samstag von der Anzeige gegen Stadtrat Christoph Sagmüller erfahren. Bereits am Samstagvormittag habe es dann eine Unterredung mit dem Bürgermeister und dem Beschuldigten gegeben. Der rote Stadtrat werde alle seine politischen Funktionen zurücklegen und auch aus der Partei austreten, kündigte auch der SPÖ-Landesgeschäftsführer an. Im Kern gehe es um „Internet-Erpressung, das ist unstrittig“, wollte er nur zu der Causa sagen.

Perfides Spiel mit erotischen Gelüsten
Der Stadtrat soll sich - wie berichtet - auf einer Online-Kontaktbörse für Homosexuelle als 15-jähriges Mädchen ausgegeben haben. Er verschickte gestohlene erotische Fotos und verlangte von seinen Kontakten als Gegenleistung ebenfalls pornografische Aufnahmen. Mit diesen soll er seine Opfer erpresst haben. Ein 55-Jähriger aus dem Bezirk Gmunden, der der angeblich 15-Jährigen Bilder geschickt hatte und danach mit einer Geldforderung konfrontiert war, erstattete Anzeige.

Bei einer Einvernahme gab der mutmaßliche Täter an, von rund zehn Opfern jeweils 300 bis 400 Euro erpresst zu haben. Er wurde wegen Erpressung und pornografischer Darstellungen Minderjähriger auf freiem Fuß angezeigt, wie die Sprecherin der Landespolizeidirektion Oberösterreich, Heide Klopf, bestätigte.

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Dienstag, 27. Juli 2021
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