Doppelte Liebesspiele

"Last Night": Wer mit wem und wer bleibt übrig?

Kino
02.03.2011 12:25
Ist ein sinnlich-spontaner One-Night-Stand unverzeihlicher Vertrauensbruch? Oder ist der Verrat am Partner nicht noch viel größer, wenn man das wiederkehrende Gefühl für eine verflossene Liebe zulässt? In dem mit Eva Mendes und Keira Knightley hochkarätig besetzten Beziehungsdrama „Last Night“ (Kinostart: 4. März) lotet ein junges Ehepaar die Grauzonen der Untreue aus. Herz und Haut auf Abwegen!

Ehe, Begehren – und die Grauzonen der Untreue. Ein Blick, dessen unverhohlene Neugier Sonnenfunken schlägt. Eine Geste, die betört. Eine Berührung, die elektrisiert. Ein Lachen, das Erotik pur ist. Wenn das zauberische Spiel der Verführung seinen Weg nimmt, scheint das Bollwerk einer integren Beziehung plötzlich einnehmbar. Und die Fährten der Versuchung sind raffiniert. Wohin sie führen, ist ungewiss. In fremde Betten, Selbstvorwürfe oder neue Lebensentwürfe...

Der exquisit besetzte Film „Last Night“ erzählt von den Versuchungen unter dem schwarzsamtenen Deckmantel der Nacht, der verführerischer Nähe das Lager bereitet. Da ist Joanna – Keira Knightley –, eine junge Ehefrau, die auf einer Party irritiert den Flirt ihres Mannes Michael – „Avatar“-Star Sam Worthington – mit seiner neuen Kollegin Laura – Eva Mendes – beobachtet. Ein quälender Verdacht, der im Raum steht und der nicht von ungefähr kommt, brechen die beiden doch am nächsten Tag zu einer Dienstreise nach Philadelphia auf.

Doch auch Joanna wird durch das unvermutete Wiedersehen mit ihrem französischen Ex-Lover – Guillaume Canet – eine emotionale Verunsicherung erfahren, spürt sie doch instinktiv, dass ihr Herz auf Abwege gerät. Regisseurin Massy Tadjedin erzählt hier eine fesselnde Story rund um Vertrauen, Täuschen und Tarnen und den Geschmack der Begierde.

Alternierend pendelt diese sensibel inszenierte Beziehungsparabel zwischen den romantischen Optionen des Augenblicks und spielt mit dem Gedanken an alternative Bindungen. Während Michael und Laura zu später Stunde im Hotel-Pool plantschen und er ihr auf ihr Zimmer folgt, führen ein vergessener Wohnungsschlüssel und das Gassigehen mit einem fremden Hund Joanna in das Apartment ihres Verflossenen. Was wiegt schwerer? Eine lustvolle Begegnung oder ein zutiefst intimes Gespräch, das die Seele durchlüftet? Und ist nicht der Reiz des Verbotenen schönstes Aphrodisiakum?

„Liebe ist gelebte Freiwilligkeit“
Für Eva Mendes ist Monogamie zärtliches Zugeständnis, nicht aber Pflicht. Schon gar nicht Prinzip. Mendes: „Liebe ist gelebte Freiwilligkeit! Und Treue lässt sich nicht erzwingen!“ Sie lädt die Filme, in denen sie spielt, erotisch auf. In „The Women“ verkörperte sie eine Kosmetikverkäuferin, deren physische Reize die Ehe einer New Yorker Upper-Class-Frau ins Wanken bringen. Regisseur Werner Herzog besetzte sie in seinem psychedelisch angehauchten Remake des Thrillers „Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen“ als Edelhure Frankie. Eva Mendes’ Ausstrahlung beflügelt Männerphantasien. Ihre Erotik hat etwas Schwelgerisches.

Für die Tochter kubanischer Einwanderer gehört Letztere zu ihrer karibischen Identität. Mendes: „In Kuba ist es heiß und schwül. Man zeigt viel nackte Haut. Kein Wunder, dass die Musik, ihre Rhythmen, der gesamte kubanische Lebensstil auf natürliche Weise sexy sind. Die Frauen dort brauchen keinen perfekten Körper, um sich schön und erotisch zu fühlen. Sie sind es einfach!“ Genauso wie die kurvigen Leinwandgöttinnen der 1940er-Jahre, die Mendes’ Idole sind – wie Rita Hayworth, Ava Gardner, Bette Davis.

Eva und ihre drei Geschwister wurden unter der Obhut der Mutter in Miami und L.A. groß. Der rassigen Schönheit Eva wurde in der Stadt der Engel nichts geschenkt. Das Klinkenputzen bei Casting-Agenten war anfangs mühsam. E. Mendes: „Heute verkörpere ich in meiner Familie den amerikanischen Traum!“

Für die Benefizorganisation „The Art of Elysium“ besucht Eva Mendes, sooft sie kann, kranke Kinder in Kliniken, wo sie mit Kollegen Sketches und lustige Stücke aufführt und Theaterworkshops für die kleinen Patienten organisiert. Mendes: „Wer eine Rolle spielt, befreit sich für kurze Zeit vom eigenen Schicksal. Das kann sehr heilsam sein, stärkt das Immunsystem der Kids.“ Ziviles Engagement statt Hochglanz-Charity.

Gerade erst stand Eva Mendes im sommerleichten Dolce-Vita-Look für eine Peek-&-Cloppenburg-Kampagne vor der Kamera. Auch arbeitet sie an einem Film über die legendäre Maria Callas und deren heiße Liebesaffäre mit Aristoteles Onassis. Die verbleibende Freizeit gehört ihrem Belgischen Schäferhund Hugo, hat sie sich doch vor Kurzem von ihrem langjährigen Freund, dem peruanischen Filmproduzenten George Gargurevich, getrennt. Oscar Wilde, den sie gern zitiert, könnte Wegbereiter für diesen Befreiungsschlag gewesen sein: „Der einzige Weg, einer Versuchung zu entgehen, ist, ihr nachzugeben!“

von Christina Krisch, Kronen Zeitung

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